Milch – nur aus Eutern!

Das Kind 1 hat gerade das Kochen für sich entdeckt und experimentiert gerne und viel, zur Zeit ist Milch im Fokus. Beim Thema Milch bin ich ganz einfach gestrickt: Milch kommt aus einem Euter, vorzugsweise aus einem von einer Kuh und aufgeschäumt auf einem Espresso verwandelt sie diesen in einem Cappuccino.

Wir haben diverse weiße Flüssigkeiten milchähnlichen Aussehens auf Basis von Erbsen, Soja, Mandel, Hafer und weiß der Kuckuck was im Kühlschrank. Die kannste nicht mal Ansatzweise für einen guten Cappuccino gebrauchen, Null! Das Zeug steht im Kühlschrank und nimmt meinen Milchplatz weg und das Kind 1 lässt keine Gelegenheit aus es mir unter zu jubeln zu wollen. Ich hasse diese Phase in der Entwicklung eines jungen Menschen.

Im Papperdeckelbecher!

Das Kind 1 trinkt ja noch keinen Kaffee, aber es spaziert im Urlaub immer mit wenn ich auf der Suche nach einem guten Cafe bin. Wir quatschen dann immer über Gott und die Welt, aber meistens über Politik. Das Kind 1 hat nämlich ein ganz komisches Hobby, es liest Politikerbiographien. Es ist aber noch zu jung ist um bestimmte Sachen oder Zusammenhänge zu wissen, das ist dann mein Part. Die DDR zum Beispiel kannte es nicht – und dem zur Folge auch keine Ossis – aber dafür hat es mich.

Aber zurück zum Kaffee. Gestern sind wir zwei Kilometer in den nächsten Ort gelatscht, haben über die Türkei geredet und dort ein 5-Sterne-Google-Maps Cafe gefunden. Das Cafe war mehr eine Bushaltestelle oder eine Tankstelle ohne Zapfsäulen, aber sei es drum wir sind rein haben bestellt und kriegen den Cappuccino tatsächlich in einem Papperdeckelbecher serviert! Ich muss ganz schön blöd geschaut haben, weil sich das Kind wirklich prächtig amüsiert hat. Der Cappuccino war zwar sau gut, aber bei Kaffeetassen, da bin ich eigen, die müssen das Gesamterlebnis abrunden. Naja, das Kind 1 hat die Lage gut zusammengefasst: Dann suchen wir uns morgen halt ein anderes Cafe – und das machen wir.

Niemand hat vor einen Veganer groß zu ziehen

Heute hatten wir Familienfeier und es wurde gegrillt. Ich hab gleich nach dem Frühstück die Rippchen gewürzt, sie in einen Dämpfer gegeben und fast 3 Stunden bei kleiner Stufe mit Cola gedämpft. Das Gemisch aus reduzierten Cola und Fleischsaft war eine spitzen Basis für eine Grillsoße, mit der die Rippchen dann noch eingepinselt wurden. So vorbereitet kamen sie noch 10 Min auf den Grill und danach auf den Tisch. Die Rippchen kamen gut an und das Patenkind, der alte Weltenbummler, hat gesagt dass ich an dieser Stelle erwähnen soll, dass es die besten Rippchen waren, die es jemals gegessen hat. Das ist ein dickes Lob.

Beim Aufräumen hat uns dann das Kind 1 darüber informiert dass es für die nächste Woche vegan leben wird. Eben noch im Rippchen-Himmel, zieht es dich mir nichts, dir nichts in eine Körner-Hölle. Dein eigen Fleisch und Blut ein Veganer? Da heißt es sensibel reagieren, nicht dass das ein Dauerzustand wird.

Hobbysteinbruch Solnhofen

So ein Ausflug ins Altmühltal ist eine schöne Sache. Wir sind nach Solnhofen gefahren und vom Ort aus zum Hobbysteinbruch gewandert. Im Hobbysteinbruch kann man sich Hammer, Meißel und Eimer ausleihen und dann nach Herzenslust nach Fossilien suchen. Das Kind 1 hat für sich das meditative Steinschlagen entdeckt und war fast nicht mehr aus dem Steinbruch zu bekommen. Das Kind 2 hat Kiloweise Versteinerungen gefunden, die unter größter Anstrengung im Rucksack bis zum Auto geschleppt werden mussten. Zum Abschluss gab es noch einen Abstecher zum Wettelsheimer Keller. Eine runde Sache.

Gut muss nicht teuer sein

Uns ist ja neulich der alte iMac kaputt gegangen, das war zeitlich nicht ganz optimal getimed weil wir ja zwei Kinder im pandemiebedingen Heimunterricht haben. Nach etwas hin und her was denn jetzt der beste Ersatz wäre, sind wir bei einem gebrauchten HP EliteBook gelandet. Die kriegt man bei Ebay hinterher geschmissen, generalüberholte Leasing-Rückläufer mit einfach tauschbaren Akkus. Robust ohne Ende. Das passt.

Das Gerät wurde mit einem nackten Win10 Professional geliefert, es musste nur noch ein Benutzerkonto angelegt werden. Das Kind 1 hat einen Office365 Schul-Account, damit war das Ganze dann recht schnell einsatzbereit. Damit auch das Kind 2 damit arbeiten kann, wurde noch so eine 5-€-Ebay MS-Office 2019 Version lokal installiert. Fertig ist der Lack.

Ich habe den Kollegen J. mit Ebay-Angeboten ziemlich genervt (die Angebote unterscheiden sich stark, da muss man aufpassen), aber das Ergebnis kann sich echt sehen lassen. Am meisten begeistert mich tatsächlich die Integration von Office365, da kann mein selbst gehostetes Nextcloud samt OnlyOffice noch nicht mithalten. Das wird aber noch kommen, da bin ich mir ganz sicher!

Kein Smalltalk zum Frühstück

Das Kind 1 hat uns darüber informiert dass es während der Woche während des Frühstücks nicht mehr für Smalltalk zur Verfügung steht. Genau genommen zu der Zeit wo es mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt ist und ein Buch vor sich hat. Labert mich da bitte nicht voll, da will ich mich nicht unterhalten. Da will ich meine Ruhe! Keine Kommunikation also. Diese Zeit braucht das Kind 1 nämlich um wach zu werden und möchte dabei nicht gestört werden. Davor und danach gerne. So so. Bitte, danke, fertig.

Das neue Leben

Am Samstag waren die Chefin und ich weg. Von nachmittags 15:00 Uhr bis um Mitternacht. UND die Kids waren allein daheim! Sie haben sich allein Abendessen gemacht, haben sich allein eine DVD rein, haben sich allein Popcorn gemacht, haben sich allein bettfertig gemacht und sind allein ins Bett (und jeder Schritt wurde per WhatsApp dokumentiert). Ohne Komplikationen und am Sonntag beim Frühstücken stolz wie Oskar. Das werden wir jetzt öfters machen – die Kids und wir.

Pizza aus der Gefriertruhe, gibt’s echt!

Eine der schönen Seiten von so einem Erziehungsauftrag ist ja wenn man den Kids was fürs Leben mit gibt. Die Frage ist ob man tatsächlich etwas versäumt hat wenn der Nachwuchs keine Tiefkühlpizza kennt, oder alles richtig. Seisdrum, die Lücke wurde gestern erkannt und sofort gehandelt.

Bei Lidl gibt es eine recht große Auswahl, wir haben uns für Wagner Steinbackofen Pizza entschieden. Cola, ein Vater im Unterhemd und eine Mutter mit Kippe im Mund hätten das Bild am Esstisch wahrscheinlich gar abgerundet, haben wir aber ausgelassen. Jetzt wissen sie was Tiefkühlpizza ist und sie werden nie wieder danach fragen. Cola kommt dann nächste Woche.

Wir können auch Weihnacht

Gestern Nachmittag stand eine Exkursion in den Nürnberger Weihnachtszauber auf dem Vater-Kind-Programm. Das Kind 1 hat sich gleich am Hauptbahnhof mit den Worten „mit euch kann man ja eh nicht shoppen“ verabschiedet und ist kurzerhand alleine los. Shoppen hatte die verbliebene Männerrunde tatsächlich nicht Sinn. Wer shoppt denn auch so kurz vor Weihnachten? Eben. Unser erstes Ziel war das Eis am Glück am Friedrich-Ebert-Platz, da ist nämlich im Winter ein Ausschank von Orca-Bräu und gestern gab es als Special Mönchsambacher Weihnachtsbock.

Wenn man mit dem Kind 2 unterwegs ist, gibt es zwei Sachen die man beachten muss: es kriegt kurzfristig extremen Harndrang und es kann innerhalb von wenigen Minuten verhungern (da geht es dem Kind 2 ungefähr wie dem Vater mit der Unterhopfung). Also Obacht bei der Routenplanung. Vom ersten Hotspot ging es dann zum Tiergärtnertor und von da zum Glühschwein. Von da aus Mitten in die Stadt in den Lego Shop, dann das Kind 1 aufzusammeln und weiter direkt zur Kinderweihnacht. An der eigentlichen Kinderweihnacht waren sie nicht interessiert, sondern viel mehr an Kinderpunsch und Bratwürsten.

Thematisch passt zu so einem Weihnachtlichen Ausflug eigentlich nur noch ein intergalaktischer Videoabend, das war klar, da muss man die Sache nicht ewig hinauszögern und kann dann auch wieder heim. Niemand hatte Bedarf jeden Stand einzeln ablaufen geschweige denn überhaupt auf Christkindlesmarkt. Wenn alles läuft wie geplant, dann können wir nächstes Jahr die Kinderweihnacht ausfallen lassen und direkt Gostenhof gehen. 2020, wir haben ein weihnachtliches Ziel.

Vom Club lernen heißt fürs Leben lernen

Gestern Nachmittag haben die Kinder ihre Lektion gelernt – wir waren nämlich beim Club. Bei besten Wetter sind wir mittags Richtung Station aufgebrochen. Der Familienblock ist ja wegen Umbauarbeiten in der Südkurve gerade in der Haupttribüne und da war es die ersten 10 Minuten schon fast frühlingshaft warm. Aber dann kam der Club und damit die Wolken. Der Club hat eigentlich ganz gut mitgehalten, dann geführt und – jetzt kommt die Lektion: in der 90+4. Minuten das Gegentor kassiert. Danach konnte man den Regen schon fast fühlen. Heimspiele sind nervenaufreibend, nix für alle 14 Tage.