Der eigentliche Plan das oberbayerischen Niemandsland um 14:07 Uhr Richtung Nürnberg zu verlassen hat schon mal nicht geklappt, also war es gestern um Fünf dann wichtig Nägel mit Köpfen zu machen und den Urlaub mit zwei stresssenkenden Urlaubsbegrüßungsseidla im Balkon willkommen zu heißen. Der Körper muss ja irgendwie wissen dass das jetzt Urlaub ist, weil rein von der Witterung her könnte er es ja auch für ein mildes Allerheiligen halten. 16 Grad und Regen sollen wohl einen natürlichen Abkühlungsprozess einleiten, ein meteorologisches Antistressprogramm als Gegenpol zu letzten 6 – 8 Wochen. OK, danke! Aber Sommerurlaub sollte sich doch irgendwie anders anfühlen, oder?
Gedankengut
Projekt 86650 Wemding #3
Unser Projekt ging heuer in die zweite Runde und dieses mal unter erschwerten Bedingungen: 3 Männer, 6 Kinder, 1 Tag Dauerregen. Als Optimist freut man sich darüber dass man die Zelte wenigstens noch im Trockenen aufstellen konnte, als Ex-Festival-Camper ärgert man sich dass man das Thema Pavillon so ganz und gar nicht auf dem Radar hatte! Egal. Die Stimmung war trotz Starkregen ganz gut und die 100 € Investition in ein gebrauchtes Familienzelt hat sich im Nachhinein als Glücksfall erwiesen. Der Sonntag hat dann für den Samstag entschädigt, klassisches Happy End.
Lerne fürs Leben
Ein Tag an dem man etwas lernt ist guter Tag! Also war gestern ein guter Tag, allerdings erst auf den zweiten Blick, weil mich der Lernvorgang schon leicht an den Rand der Gutmütigkeit gebracht hat.
Im aktuellen Karstadt Prospekt gibt es Adidas Samba für 49,95 €, das ist ein guter Preis, also ging es nach der Arbeit in die Stadt um den lokalen Einzelhandel zu stärken. In der Karstadt Sportabteilung angekommen wurde erst mal auf eigene Faust nach den Schuhen gesucht. Nix. Dann eine Verkäuferin um Rat gefragt, aha bei den Fußballschuhen schauen. Wieder nix. Dann der Verkäuferin mit dem Prospekt und dem Bild nochmal auf den Leim gegangen, da muss man den Verkäufer suchen. Also haben wir den Verkäufer gesucht, sie voraus ich hinterher. Da darf man dann nicht mehr locker lassen.
Der Verkäufer war wohl gerade kacken – egal – nach 10 Min war er endlich wieder da und konnte das Rätsel lösen: Wie man im oberen Teil des Angebots sieht, ist das ein Angebot von Karstadt Sport im Karstadt Prospekt. Und Karstadt Sport und Karstadt sind zwei unterschiedliche Unternehmen und Sie sind hier bei Karstadt in der Sport-Abteilung und nicht bei Karstadt Sport. Bitte was? Ich könnte Ihnen das Angebot machen dass Sie die Schuhe hier anprobieren und online bei Karstadt Sport bestellen, dann kriegen Sie die auch für 49,95 €. Super Angebot, danke!
Mein Nachbar der alte Einzelhandelsstratege sagt immer dass der Einzelhandel sich selbst kaputt macht, dafür brauchen die gar kein Amazon. Recht hat er. Zusammengefasst: es reicht von Karstadt in Nürnberg die Feinkostabteilung zu kennen.
Das neue Business
Die Sache mit unserem Gartenbad läuft ganz gut. Wir haben nachmittags Kaffee- und Schwimmgäste, abends kommen dann die Griller und wenn es dunkel wird, die Nachtschwärmer. Mittlerweile gibt es mit Fahrrad-, IT- und mobilen Pool-Service auch genug Zusatzangebote, die gerne in Anspruch genommen werden.
Die Chefin plant schon den nächsten Streich und fordert eine Heizung fürs Plantschbecken, weil es nachts doch schon wieder recht kühl wird und das Wasser wohl für den ein oder anderen Badegast schon zu frisch ist. Da heißt es abwägen, weil man andernorts genau für diese Frische in der Fränkischen Eintritt bezahlt.
Aus Nachhaltigkeitsgründen wäre eigentlich ein Getränkeautomat angebrachter, bei dem Durchsatz, der derzeit im Garten generiert wird, müsste sich doch ein Getränkelieferant finden der einen aufstellt. Optimalerweise aber nicht im Garten, sondern im Hof, das hätte den Vorteil dass man ganz neue Kundenschichten ansprechen und vielleicht neue Gäste akquirieren könnte. Immerhin steht ja der Urlaub vor der Tür und da hätten wir dann vormittags auch noch Zeit.
Nach dem Wochenende ist vor dem Wochenende
Fast wie im Hamsterrad, man kämpft sich durch die Woche und freut sich auf das Wochenende, dann kämpft man sich durch das Wochenende und freut sich auf den Montag. Und das Ohr piepst.
Es ist nicht einfach „nur ausdrucken“

Heute musste ein, auf den ersten Blick einfaches Werkstück, zweimal gedruckt werden. Normalerweise versucht man die größte Fläche auf dem Druckbett zu platzieren, damit eben diese Fläche schön glatt wird (das wäre auf dem Bild oben die rechte Seite). Das würde aber bedeuten dass man die Flächen 2, 3 und 4 mit Stützstrukturen versehen muss und die muss man bei so filigranen Teilen erst mal wieder abbekommen. Dabei ging die erste Version kaputt.
Beim zweiten Versuch wurde das Werkstück dann so platziert wie im Bild und es mussten nur die Nase und Überhänge bei 1 und 2 gestützt werden – die sind viel voluminöser und deshalb lassen sich die Stützstrukturen einfacher lösen. Das hat wirklich sehr gut geklappt!
Unabdingbare Termintreue
Sie hat gesagt wir machen die Steuer heuer selbst. Also hab ich die Steuer heuer selbst gemacht. Jetzt sind wir mal gespannt ob das auch tatsächlich so funktioniert, wie sie das sich so vorgestellt hat.

Ich hatte mal einen Arbeitskollegen der sagte immer „Unabdingbare Termintreue ist mein Lebenselixier“. Was soll ich sagen, meines irgendwie auch. Stichtag ist Stichtag, da geht man dann etwas zielstrebiger an die Sache ran. Ab morgen fährt es sich wieder etwas entspannter am Finanzamt vorbei.
Leistung wird belohnt

Am Freitag gab es ja Zeugnisse. Mir wurde da vor Jahren ein Vertrag auf gezwängt, den ich dann auch unter Druck unterschrieben habe. Und zwar ist es ein Vertrag zwischen mir und dem Kind 1, der das Kind zu guten Zeugnissen anspornen soll:
| Note 1 | 5,00 € |
| Note 2 | 2,50 € |
| Note 3 | 0 € |
| Note 4 | -2,49 € |
| Note 5+6 | insgesamt keinen Cent |
Beim Kind 2 standen heuer zum ersten mal auch Noten im Zeugnis und beim Thema Geld ist es hellhörig geworden. Ich habe auch ein gutes Zeugnis und ich will auch Geld! Kein Vertrag kein Geld, ganz einfach. Ich will auch so ein Ding! Ich will auch viel. Das Spiel hat das Kind 2 nicht lange mit gemacht und gehandelt. Das Ergebnis sieht man oben. Am Ende gab es dann doch noch einen „richtigen“ Vertrag, allerdings nicht rückwirkend einsetzend. Sie sollen fürs Leben lernen!
Planschbecken – Video-Abend – Pizza – LEGO
Die KW29 war ja maßgeblich von der OP und dem Krankenhausaufenthalt vom Kind 1 geprägt, da hat es ganz gut gepasst dass das Kind 2 letzte Woche Geburtstag hatte und es damit dann ganz natürlich in den Fokus gerückt ist.
Ein Kindergeburtstag während der Woche bedeutet automatisch eine Feier mehr: also Montag Video-Abend zu viert, dazu Pizza. Das Kind maximal begeistert, ein Video-Abend ohne Wochenende! Freitag dann Planschbecken-Kindergeburtstag, wieder mit Pizza und dazu noch mehr LEGO – der zweite „Beste Geburtstag ever!“ innerhalb einer Woche. Die Familienfeier am Sonntag war da eigentlich nur noch ein Pflichtprogramm, das es zu absolvieren galt, flankiert mit noch mehr LEGO.
Man muss neidvoll anerkennen, dass das Kind 2 das Maximale aus seinem noch beschränkten Weltbild herausgeholt hat: Essen – Pizza, Geschenke – LEGO, Garten – Planschbecken, Abends – Video. Perfekte Welt, geht manchmal ganz einfach!
Kennzahlen lassen sich einfacher kontrollieren als Gefühle
Das Kind 1 ist seit Samstag aus dem Krankenhaus und muss jetzt wieder bewegungstechnisch „hochgefahren“ werden. Es ist bemüht und läuft trotz Schmerzen – gefühlt allerdings zu wenig. Damit man sich bei so einer wichtigen Sache nicht ausschließlich auf Gefühle verlassen muss, hat es seit gestern ein Fitnessarmband. Jetzt kann man Abend schön kontrollieren wie viele Schritte es tagsüber waren und bei Bedarf noch einen Abendspaziergang einlegen. Ein famoser Plan! In ein paar Wochen wird das Kind 1 das elterliche Engagement zu schätzen wissen, bis dahin ist das Erziehung und die macht selten Spass.