Der Tag ist so destruktiv

Eigentlich möchte ich heute nicht aus dem Haus, muss aber später. Es liegt irgendwie etwas destruktives in der Luft und ich denke dass mir da draußen noch mehr passieren könnte als daheim. Hier isses grade so dass nix passt, nix da ist und wenn es da ist dann kommt es zu spät, oder ist krumm oder hat ein Loch zu wenig oder zu viel oder ist nicht so wie gedacht. Die Nachwuchs sieht das auch so und hat erst mal meine Boxen kaputt gemacht. Ich hätte gerne 10 Bier, asap. Ich bräuchte wahrscheinlich nur 5 und 10 Stunden Schlaf, aber 10 sind auch nicht schlecht. Der Tag ist so destruktiv.

Fast explodiert

Gestern hatten wir ein Treffen mit einem Arschloch – aalglatt, schleimig und hinterfotzig. Eine Stunde lang mussten wir uns die Scheiße anhören und mir wäre fast der Kragen geplatzt. Immer ruhig bleiben, der Mann macht nur seinen Job, ruhig bleiben! Ja, das ist immer so und ich bin da lieber etwas vorsichtiger. Fresse du Arschloch.. Der Chefin ging es ähnlich, jedesmal wenn ich rüber geschaut hab, hatte ich Angst dass sie explodiert. Ruhig bleiben Chefin, der macht nur seinen miesen Job, der miese Stricher. Nach gut einer Stunde hatte er dann seine Mängelliste fertig und wir waren aus der Wohnung raus. Arschloch!. Bin mal gespannt was im Nachgang noch alles kommt. Mieser Stricher!

4:04 Stunden Restlaufzeit

Die Sache um die es geht hat schon vor ein paar Wochen begonnen. Ich sollte auf die Kleine aufpassen und hab sie kurz allein im Wohnzimmer rum krabbeln lassen. Als ich wieder komme sitzt sie da und kaut genüsslich am Stecker vom MacBook Netzteil. Seit dieser Zeit hat das dann mit dem Laden nicht mehr so geklappt, immer ein bisschen aber nicht mehr ganz voll. Bis gestern, gestern ging nämlich nix mehr. Also ich heute zu Gravis und mit dümmster Mine „Mein Computer läd nicht mehr…?!“.
Der Verkäufer hat das Problem recht schnell eingegrenzt: „Hmm, Netzteil kaputt“. Neues Netzteil angeschlossen, nix. „Dann kanns nur der Akku sein“. Neuer Akku altes Netzteil auch nicht. „Beides?!“. Beides ausgetauscht, geht wieder. Kurze Analyse: Stecker kaputt gekaut (mit sage und schreibe 3 Zähnen damals!) und mit halb kaputten Netzteil Akku geschrottet. Volltreffer. 230 € ärmer aber irgendwie glücklich den Laden verlassen. Jetzt sitze ich mit 4:04 Stunden Restlaufzeit da. Es gibt einem ja so viel.

Tag 1

Drin. Zwar noch irgendwie alles ungewohnt, aber sonst alles klar. Es gibt ein offenes WLAN. Morgen kommt die Küche.
Heute waren wir stolz wie Otto vor dem frisch eingelassenen Küchenboden gestanden und haben uns gefreut. Super Boden, schöne graue Schiefer, mit Öl eingelassen. Super. Die Nachwuchs © fand die Farbe wohl nicht so cool und hat deshalb kurzerhand die Initiative ergriffen und in einem riesen Schwall die Möhren, die wir ihr kurz vorher noch gefüttert hatten, drauf gekotzt – was für eine Freude.

Umzugsgesprächsfetzen

  • „… also dafür dass du nicht kochst hast du verdammt viele Kochbücher!“
  • „Da schenk ich dir.“ … „Oh super, das bekommt einen Ehrenplatz in meinem Mülleimer!“
  • „Das hier ist dein Keller und nicht die Enterprise!“

Schon ein komisches Gefühl, die Wohnung ist halb leer und halb von Kartons. Im Haus, das bis jetzt so eine Art zeitraubendes Hobby war, stehen jetzt Sachen rum, die eigentlich in die Wohnung gehören. Der Parkettleger ist heute fertig geworden, Punktlandung um morgen den Boden in Wohn-, Fernseh und Schlafzimmer betreten zu können. Morgen um diese Zeit werden wir dann „drin sein“. Bin mal gespannt und offline.

Mir wurscht, jetzt.

Da macht man eine handwerkliche Ausbildung, studiert 5 Jahre, hat schon einiges an Berufserfahrung und dann kommen da ein paar Eckschutzleisten daher, die auf Gehrung geschnitten werden sollen, und daran beißt du dir die Zähne aus. Es ist zum Verrückt werden! Mir ist das jetzt wurscht, ziehen wir halt ohne Eckschutzleisten um.

Sowas wie schizophren

Gestern musste ich den ganzen Tag über jemanden gegenüber sitzen, der ein Bluetooth Headset am Ohr hatte. Es war eine Besprechung, da telefoniert man nicht. Hat er auch nicht, den ganzen Tag über kein Telefonat. Das Headset hatte er trotzdem auf… Immer wenn ich sowas wie „Das ist aber eine etwas einseitige Betrachtung…“ oder so gesagt hab, hat mein Gehirn eigentlich sowas wie „Du depperter Depp, das war mir klar“ gedacht. Ganz schön schwierig war das.

Gasalarm

Mein homosexueller Baustellengehilfe und ich haben gestern die erste inoffizielle Nürnberg-West-Furzmeisterschaft ausgetragen – ein harter Fight: laute Kracher, fiese Entfalter und die Paradedisziplin Furztäuschung (= unter irgendeinen Vorwand in das Terrain des anderen eindringen, Small-Talk, absetzen und dann verdrücken). Es konnte irgendwie kein richtiger Sieger gefunden werden weil der Lackgeruch regelmäßig den Originalgeruch verfälscht hat. Nichts desto trotz ein toller Tag (den Umständen entsprechend jedenfalls).

Wie früher

Wenn man früher irgendwo hinfahren musste und sich nicht auskannte, brauchte man eine Landkarte und und ein gewisses Gespür für die richtige Route. Je nach Beifahrer/Kartenleser war es auch noch sinnvoll „rechts“ und „links“ irgendwo auf das Armaturenbrett zu schreiben um auf Nummer sicher zu gehen, was für ein „rechts“ denn bei „jetzt musst du gleich rechts“ gemeint war. Heute ist die einzige Hürde, die es vor einer adäquaten Streckenführung zu nehmen gibt, die Eingabe der korrekten Adresse ins Navi.
Ganz schön blöd hab ich gestern geschaut, als mir aufgefallen ist, dass das Auto das ich hab, gar kein Navi hat. Kein Navi und keine Ahnung wohin in Frankfurt – genau wie früher, mit ein paar Notizen und sich aufs Gefühl verlassen. Reinfahren, rumschauen, ausprobieren, fluchen, umdrehen, weiterfahren und sich wie ein kleines Kind freuen wenn man das Ziel gefunden hat. Irgendwie super, irgendwie zumindest.