Heinz Strunk – Ein Sommer in Niendorf

Genau mein Typ, dumm, ordinär, antiintellektuell, unnahbar und rattenscharf. Solche Sätze erwartet man Heinz Strunk und er liefert sie in „Ein Sommer in Niendorf“. In einer Rezession wird das Buch mit dem Zauberberg von Thomas Mann verglichen – und besser bewertet. Sowas traut man Strunk dann eher doch nicht zu. Ist auch egal, das Buch kann ich jedenfalls nur wärmstens empfehlen.

Es geht um den Herrn Roth, der die Zeit zwischen einem Jobwechsel nutzen will um ein Buch über die Geschichte seiner Familie zu schreiben. Dafür mietet er sich für 3 Monate in einer Unterkunft in Niendorf ein und gerät dort in Kontakt mit Menschen und Orten, die so gar nicht zu seinem bürgerlichen Leben passen.

Krood im Liveclub Bamberg

Spitzen Konzertauftakt 2026: Krood im Liveclub in Bamberg. Montags ist im Live-Club Montagsschwof, freier Eintritt bis 21:30 Uhr und danach Getränke zum halben Preis. Das zieht die Studenten an. In der Zeit zwischen 20:30 und 22:00 Uhr gibt es Livemusik. Dieses Mal eben Krood – Krood hatten wir schon bei der Turbo A.C.’s Secret Show in Bamberg gesehen und jetzt ein ganzes Konzert mit ihnen, top! Sau guter Stoner Rock zum Jahresbeginn.

Noch topper ist dass der Live-Club ja nur ein paar Meter vom Schlenkerla entfernt ist, deshalb haben wir da einen kurzen Abstecher hin gemacht. Ein Warmup quasi. Das Schlenkerla mag ich gern, es hat einen gewissen Sonderstatus, es ist zwar sehr touristisch, aber das alte Haus mit seinem Rauchbier zieht halt auch nach wie vor ziemlich viele Einheimische an, die auf aans (ein Bier) vorbei schauen. Das muss man erst mal schaffen.

Beim Montagsschwof ist mir aufgefallen, dass sich viele von dem ultra jungen Publikum erst eine Flasche mit einem antialkoholischen Getränk bestellt, Apfelschorle, Club Mate oder so, und dann wenn die ersten paar Schlucke getrunken sind, sich den Rest mit Vodka auffüllen lässt. Das ist gar nicht mal dumm, zum einen kann man mit der Flasche in der Hand noch ganz gut tanzen und zum anderen vermeiden die Mädels dass man ihnen K.O-Tropfen ins Glas geben kann. Zumindest ist das meine Interpretation. Kann auch sein dass es ein neuer Trent ist, den ich nicht kenne.

Folk’s Worst Nightmare im Kunstkeller O27 – 2025

Zum Jahresabschuss eine Art Doppelsieg, erst im Blauen Affen zum Essen und dann zu Folk’s Worst Nightmare in den Kunstkeller 27. Wow. Im Blauen Affen gibt es Humbser aus dem Fass und sau gute Schnitzel, mein Mitesser hatte sogar eine Variation mit einem Kloß, das muss man sich mal vorstellen! Zu dem Thema passt auch dass der Vertrag von Miro Klose heute wahrscheinlich nicht verlängert wird. Sagt zumindest ein Insider, der mit am Tisch saß und das unbedingt mal sagen musste.

Wir hatten uns auf Atzenhofer Bier im Kunstkeller eingestellt. Letztes Jahr hatten die Atzengold, gestern gab es Ammerndorfer Bier, auch gut. Und eine ungespundete Bierspezialität aus Bamberg, das war uns aber egal. Ammerndorfer in Kombination mit Spezi in Kombination mit guter Musik im Kunstkeller hat total gereicht. Kombiniere – spitzen Abend! Echt, Folk’s Worst Nightmare sind voll super. Und dann Smalltalk mit einem von den Nightmarener. Da haben wir gestern echt am Optimum operiert.

Genesis Nürnberg

Obacht, heute wird es klassisch. Die Chefin hat mich gestern in die Peterskirche geschleppt, ich hatte das gar nicht so auf dem Radar und war abends fast etwas überfahren, jedenfalls hatte ich keine Ahnung was mich erwartet. Die Peterskirche kannte ich, weil das Stundenwohnheim gleich ums Eck war, drin war ich aber noch nie.

Man konnte sich entweder in die Bänke setzten oder auf Sitzsäcke, im Raum zwischen Altar und erster Sitzreihe, vorne standen diverse Instrumente und später dann auch noch Musiker und eine Sängerin in Rot. Die haben eine Lichter-Show musikalisch untermalt, ich fand aber dass es genau anders herum war. Das obere Bild zeigt was man gesehen hat, wenn man nach vorne geschaut hat und das hier wenn der Blick nach oben in die Kuppel ging:

Die Kombo hatte eine interessante Instrumentenauswahl: Saxophon, Hackbrett und Vibrapohn. Dazu hat dann die Dame in Rot gesungen. Das hat alles ganz gut gepasst und mich tatsächlich emotional berührt, war aber anders als der Krawall den ich sonst immer höre. Hier gibt es mehr Infos https://www.genesis-nuernberg.de, wir hatten gestern das Special mit der Pocket Opera Company: der Komponist Reynaldo Hahn vertonte mit dem Zyklus „Chansons Grises“ die einzig­artigen Verse, und schuf Sinnes erweiternde Lieder voller unberührter Schlicht­heit, Klang­reichtum und Ausdrucks­kraft. Die Pocket Opera Company, Deutsch­lands ältestes und freies Musiktheater bringt erstmals in einer eigenen Neu­instru­mentierung diese Lieder im Rahmen von GENESIS zur Aufführung.

Kein Baby mehr

Wir haben gestern Abend noch alles vorbereitet, weil wir das immer so machen. Dieses Mal ist es aber was Besonderes, das Kind 1 ist nämlich seit heute kein Kind mehr – und dabei war sie doch neulich erst noch so klein. „Könnt ihr mir bitte das Auto geben, ich möchte als erstes mal alleine fahren!“ war der größte Wunsch. Also haben wir das Auto nach Ziegelstein gefahren, es abgestellt und sind wieder heim und haben dekoriert, gewartet und sind irgendwann ins Bett. Jetzt warten wir wieder. Irgendwann wird der volljährige Mitbewohner schon aufstehen und sich knuddeln lassen müssen. Wir lernen gerade mit der Brechstange was es heißt los zu lassen.

Mother Tongue im Hirsch

Mother Tongue habe ich oft im Zug gehört, super Band, anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber irgendwann haben sie einem. Jetzt spielen die an einem Samstag im Hirsch, was für ein Glück! Wir hatten zur Einstimmung ein 10er Fässla Huppendorfer Hausbräu, im Maßkrug serviert, mit Bratwursten an stundenlang totgekochten Sauerkraut im Bauernweckla mit Born-Sempft. Wahnsinnskombination. Dann ein spitzen Konzert, der Hirsch ziemlich voll, super Stimmung. Der Rosa Hirsch zum Abschluss quasi das Sahnehäubchen. So geht Samstagabend.

[UPDATE] Das muss ich noch erwähnen: Als Supporter ist Werewolf Etiquette mit an Bord, Man kann eigentlich sagen, dass sich Mother Tongue selbst supporten, denn  Sänger und Bassist Davo Gould ist zusammen mit einem weiteren Mother Tongue-Mitgründer, Geoff Haba, das neue Nebenprojekt Werewolf Etiquette.

Mille Petrozza – Your Heaven, My Hell

Es geht um Kreator und dem Mille sein Buch „Your Heaven, My Hell“, das habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen. Und es geht auch ein bisschen um mich. Der Schenker ist Wiederholungstäter, das sei aber nur am Rande erwähnt. Ich weiß noch ganz genau wann ich Kreator zum ersten mal gehört habe und zwar nach einer Musikstunde im Auto vom Pfeufer auf dem Weg zur Retterner Kanzel weil da eine Feier war. Das Album war Extreme Aggression und ich bin mir ziemlich sicher dass es das Lied „Betrayer“ war. Das hat mich total getriggert, die Stimme, die Tempowechsel, der Hammer.

Das Buch ist eine Autobiographie und die Art und Weise wie Mille schreibt, ist ungefähr so wie ich auch schreibe. Er beschreibt wie die frühen Alben zustände gekommen sind und es ist schon echt interessant zu erfahren wie Lieder, die für mich prägend waren und mich heute noch sofort abholen, quasi zufällig oder unter Ablieferdruck entstanden sind. Wäre Mille nicht so bekannt, hätte es das Buch sicher nicht auf der Spiegel-Bestellerliste geschafft. Ist er aber. Wären die Weilersbacher Musikanten bekannter, könne ich sicher auch so einen Schicken abliefern. Hätte, hätte Fahrradkette.

Zurück zum Buch, beim Lesen musste ich immer wieder das Handy raus holen und die Lieder oder Bands, über die er schreibt, anhören. Voivod, Celtic Frost und dann irgendwann Biohazard. Ich weiß auch noch ganz genau als ich Biohazard zum ersten mal gehört habe, nämlich am 22.01.1993 in Lichtenfels als sie Vorband von Kreator waren. Biohazard haben damals eine Musik gespielt, wie ich sie noch nie gehört habe, NY Hardcore war ab diesem Konzert jahrelang meine bevorzugte Musikrichtung. Dieses Buch ist der volle Trip voller Tigger.

Bambu Lab P1S

Wir haben dem Kind 2 zur Firmung einen 3D Drucker geschenkt. Genau genommen war es ein Kombi-Geschenk: Geburtstag – Firmung – Weihnachten und nächsten 2 Weihnachten und Geburtstage dazu. Nach unseren ersten 3D-Druck Versuchen vor ein paar Jahren hatte ich damit gerechnet dass das schon etwas dauert bis das alles läuft und hatte Auspacken und Inbetriebnahme als so eine Art Firmausflugersatz nach dem Kaffeetrinken geplant – ein Vater-Sohn-Bonding-Event-mit-Technik.

Als der Bub das Paket sah, gab es aber kein halten mehr und er hat sich dran gemacht alles selbst zu machen, wir saßen links am Tisch und haben zu geschaut, wie er rechts den Drucker alleine auspackt, einschaltet, kalibriert und dann auch gleich das erste Modell druckt. Mein Beitrag war quasi Null Komma Null mit Cappuccino. Insgeheim hatte ich ja gehofft dass der Funken überspringt und ich das Kind so vom Zocken zum Konstruieren bekomme, allerdings hatte ich für mich die Rolle des väterlichen Tippgebers vorgesehen, jetzt wird es wohl eher die Rolle des Mäzen. Auch gut.

Im Vergleich zu unserem letzten Setup, wo man quasi alles selbst machen musste, von der Nivellierung des Druckbetts, über die Konfiguration des Filaments bis zur Einrichtung des Slicers, ist dieser BambuLab-Umgebung eine ganz andere Liga, das kann man am besten vergleichen mit MP3 Anfang der 2000er und dem Einstieg von Apple mit iTunes. Technik für die Massen.

Nichts desto trotz habe ich mir vorgenommen mehr selbst zu konstruieren, meine Hoffnung ist dass die Tools in den letzten Jahren auch besser geworden sind und ich kann mir gut vorstellen dass man da mit KI viel machen kann, auf Arbeit klappt das beim Programmieren ja auch ganz gut und beim 3D-Druck sehe ich da ziemlich großes Potential.

Turbo A.C.’s Secret Show in Bamberg – mit uns!

Es fällt mir schwer die richtigen Superlative für den Samstag zu finden. Also beschreibe ich die Angelegenheit am besten mal: Ein mir bekannter Bekannter hat Anfang des Jahres spitz gekriegt, dass die Turbojugend Bamberg ein Konzert im Sportheim bei FC Wacker veranstaltet und kurzerhand 5 Tickets gekauft und ich hab eine zentrumsnahe Übernachtung bei der Schwägerin organisiert. Von dort sind wir los gezogen, erst einen guten Döner gegessen, dann auf einen Bock ins Fässla und so sind wir bestens vorbereitet in ein Sportheim mit lauter Turbojugendlichen eingefallen.

Auf dem Programm standen die TURBO A.C.’s aus die USA und zwei lokale Bands, von denen ich besonders die erste Band Krood erwähnen muss. Spitze. Eine wahnsinnig gute Band-Auswahl und eine wahnsinnig gute Location und wahnsinnig gutes Bier, eine wahnsinns Kombination. Wie man an dem Bild vielleicht erkennen kann, war das alles recht klein und überschaubar, eine super Stimmung. Großes Lob an die Turbojugend Bamberg für so ein Spektakel! Großes Lob an meinen Körper, ich gelobe ihn die Woche etwas besser zu pflegen.

Ein Käfig voller Narren im Opernhaus

Ein Käfig voller Narren im Opernhaus – schönes Kontrastprogramm zum Paradise Lost Konzert am Dienstag und ein guter Einstieg in das Wochenende. Wobei der eigentlich Einstieg zuvor schon bei einem Thailänder war. Ich mag ja dieses scharfe asiatische Essen sehr, das macht den Bauch so schön warm. Das war also schon mal ein guter Einstiegseinstieg, danach schnell rüber ins Opernhaus und hoch in den dritten Rang. So weit oben ist es nicht ideal, aber man kann wenigstens schön auf das Orchester schauen und das interessiert mich oft mehr als die Show auf der Bühne. Aber die war in diesem Fall auch gut, es gibt also nix zu meckern. OK, auf den Plätzen war es etwas eng, mein bekannter Bekannter sagt wie bei RyanAir, das trifft es ganz gut.

Ich mag das Opernhaus weil es so schön verwinkelt ist und ich kann verstehen dass man es renovieren muss. Die Stühle könnte man mal austauschen und die Klos hätten auch ein Update verdient, aber warum man da unbedingt eine Milliarde Euro rein versenken sollte, erschließt sich mir nicht. Brandschutz, ich weiß, aber könnte man da nicht einen vernünftigen Kompromiss finden und ein Schild dran packen „Obacht, falls es hier mal brennen sollte, kann das ganz schön schlecht ausgehen, überlegen Sie sich den Eintritt und wägen sie sorgfältig ab!“. Denn es ist doch gerade dieser Charm, den es zu erhalten gilt.

Ansonsten, Notiz an mich: Es war ein Musical im Opernhaus, falls jemand fragt. Keine Oper, keine Operette, sondern ein Musical und kein Theater sondern das Opernhaus.