Es lebe der Katholizismus!

Es lebe der Katholizismus, mit all seinen Feiertagen und vor allem Maria Himmelfahrt! Da hat sich der Reformator – bei all seinen guten Ideen – einen groben Schnitzer erlaubt… Und dabei hätte er nur abkupfern müssen: nimm einen bereits vorhandenen Feiertag und lege ein eigens Fest darauf. Das hat bei den Germanen geklappt, warum denn nicht auch bei den Katholiken ein paar Hundert Jahre später? Andererseits hätten wir dann einen Feiertag, an dem Deutschland still stehen würde, man nicht einkaufen könnte und auch nicht zum Wertstoffhof fahren kann. Es ist halt wie es ist und genau heute ist das gut so.

Und ihr habt echt goa ka Zelt?

Das Wesen der Franken wird in der Friedo Behütuns Reihe ja bestens beschrieben, eine Eigenschaft, die dort aber etwas zu kurz kommt ist die Neugierde. Und die Neugierde wird auch beim letzten Stammgast geweckt wenn zwei Wanderer mit riesen Rucksäcken bepackt, abgekämpft und recht durstig das Wirtshaus, den Biergarten oder die Pergola betreten. Städtler wahrscheinlich oder Preußen, die in irgendeinem Wanderführer was von der Brauereidichte in der Fränkischen Schweiz gelesen haben und den niedrigen Preisen, die sie einem jetzt kaputt machen. Jetzt reden diese zwei aber kein Hochdeutsch, sondern so wie wenns von do kumma däten, sehr komisch. Und lachen tuns so laut als ob sie allans do wärn und fragen gleich nach einem Pressak. Da passt doch was net! Und warum haben die so große Rucksäck, die meisten Bierwanderer mieten sich doch irgendwo ein? Hmm….
So ungefähr waren die Reaktionen in ungefähr jeder Lokalität, die wir am Wochenende aufgesucht haben. Es hat nie länger als 20 Min gedauert, bis nicht zumindest die Bedienung mal nachgefragt hat. Und ihr schlaft wirklich draußen? Ja. Is des net kalt? Nnnnaaaa, des geht scho! Und ihr habt echt goa ka Zelt? Ähäh. Und wo kummt a nochatla her? Mir sin mit der Gräfenbergbahn raus gefahren und dann Richtung Pottenstein gewandert, dort hamma übernachtetet und sind dann weitergelaufen. Und wo geht´s etz no? Wiss’ma nonni, seng ma scho. Und wo schlaft ihr heut Nacht? Schau ma mol. Ihr könnt euch ja / kennt ihr eigentlich… Perfekt.
Hab ihr a Essen, ahh? Naa! Wo konn man denn do wos essen! Mia ham nuch nie wos zum Essen kappt! Und wo kriegt man etz noch was? Bei uns net! Ok, danke! Wart amol, ihr könnt nei da Sonna geh, die ham noch wos. Danke dir!
Ich brauche eine bessere Ausrüstung. Richtige Wanderstiefel und einen Schlafsack und eine Isomatte. Der Schlafsack braucht gut 2/3 Volumen vom Rucksack. Meine erste Blase hatte ich nach gut 10 km, ich habe gemerkt wie sie gekommen ist – und ca. 6 oder 7 km später wie sie geplatzt ist. Ich brauche endlich mal Wanderstiefel, meine Winterstiefel sind nix zum Wandern.
Gefühlt sind wir ca. 60 km gewandert, in der Nacht im Püttlachtal hatte es gut 7 Grad unter einem Felsüberhang ging das aber. In Waischenfeld auf dem Berg hatte es – wieder gefühlt – etwas mehr, dafür hat uns der aber Tau ziemlich durchnässt. Die 10 Kilo – nicht gefühlt, sondern gewogen – der Rucksäcke hinterlassen ihre Spuren. Die Beine schmerzen, die Schultern auch, aber das dumme Gelaber entschädigt. Das alles ist eine andere Form der Entspannung, manchmal schmerzhaft aber gut!

Projekt to go

Das könnte ein neues Projekt werden: da gibt es nämlich für das Raspberry Pi eine spezielle Distribution mit Treibern für die I/O-Ports und das coolste daran ist man kann den 1-Wire-Bus direkt ohne großartiges HW-Bimbamborium anschließen (… abgesehen von einem Widerstand – und die man bekanntlich kaum verkehrt einbauen).
Dann könnte man endlich mal wieder die Temperaturüberwachung in Betrieb nehmen. Mensch des wär was! Das Ganze funktioniert per Bit-Banging – hört sich an wie Gang Banging, hat damit aber nichts zu tun. Ach geil! Ich stell mir das so vor: Raspberry Pi kaufen, Widerstand beschaffen, ein Mini-Kabel löten, alles zusammenstecken und ruhen lassen. Dann irgendwann mal einloggen und mal ein kleines cat loslassen und freuen und ruhen lassen. Und dann halt mal das alte Skript anpassen und freuen. Eigentlich ganz einfach, keine Details, kein Teufel, perfekt.

Schickeria

Dieses Wochenende waren wir in die Landeshauptstadt geladen. Nach dem Familienurlaub vergangene Woche war das ungewöhnlich wenig Familie für die Chefin und mich. Freitag gab es ein kleines exquisites Warmup bei der Frau KausMfrüherW, am Samstag sind wir dann von Lenggries nach Bad Tölz mit dem Schlauchboot die Isar runter gepaddelt und danach in einer Promikneipe gestrandet. War mal was anderes und ein guter Urlaubsabschluss.

Alles bleibt wie es ist, hoffentlich…

Da gibt es diesen Artikel auf Spiegel.de über die Kaufkraft in Deutschland (angelockt wurde ich natürlich mit dem Reißer dass man für eine Flasche Bier heute und auch schon vor 20 Jahren gut 3 Min. arbeiten muss(te)). Unterm Strich kommt da raus, dass der Durchschnittsarbeiter heute ungefähr die gleiche Kaufkraft hat wie vor 20 Jahren, sich einige Artikel arg verteuert haben, andere wiederum verbilligt. Das Mehr an Geld geht für den Inflationsausgleich drauf.
Jetzt habe ich so hin und her überlegt und bin der Meinung dass das eigentlich beruhigend ist und ich hoffe dass es so bleibt! Weil es nämlich bedeuten würde, dass ich heute aufhören könnte mich beruflich zu engagieren und einfach nur über Inflationsausgleiche am Lohn meinen heutigen Lebensstandard halten könnte. Berechnet man dann noch ein, dass die Raten für das Haus gleich bleiben, lebe ich in 20 Jahren sogar besser… so startet es sich viel entspannter ins letzte Urlaubswochenende.

Familienurlaub 2012

Gleich vorneweg, der Urlaub war ein voller Erfolg. Wobei an dieser Stelle auch mal ganz ehrlich gesagt werden muss Familienurlaub gibt es nicht, „Familienurlaub“ ist ein Oxymoron – zumindest mit zwei Kleinkindern. Die Eltern sind immer irgendwie damit beschäftigt die Kinder zu beschäftigen, oder ein Geschäft bzw. die Resultate davon wieder weg zu räumen. Was das Treiben im Urlaub von dem daheim unterscheidet ist die Bühne. Und da haben wir bei Kind 1.0 voll gepunktet! Was bei ihr hängen bleibt ist „übernachten in einer Burg“ und „sandspielen am Strand“ und „mit einem riesengroßen Boot gefahren“. Alles richtig gemacht.
Was beim Papa hängen bleibt ist: Ritter St.Georgen Brauerei Nennslingen (war Zufall, sonst hätte mir die Bande das Auto verwüstet), Brauerei Gutmann (wenn man schon mal in der Gegend ist), Stadtbrauerei Spalt (war zufällig in der Nachbarschaft) und Fürstliches Brauhauses Ellingen (abgesehen vom Schloss hat dieses Dorf sonst wirklich nichts zu bieten).
Was bei allen hängen bleibt: da können wir mal wieder hin, liegt ja praktisch vor der Haustür.

Man lernt nie aus

Der Vater kommt ins Bad, das Kind 1.0 steht vor dem Spiegel auf dem Hocker und spielt an seinen Nippeln rum. Komische Situation.
Vater: Was machstn du da?
Kind 1.0: Ich kitzle meine Brust!
Vater: Warum?
Kind 1.0: Ach weißt du, das beruhigt mich…
Vater: OK… Hmm, meinst das wirkt bei der Mama auch?
Kind 1.0: Kann schon sein… Kannst du mich jetzt bitte wieder in Ruhe lassen!
Vater: Ok, danke für den Tipp.

Die hölzerne Hochzeit

Die Chefin heißt jetzt schon 5 Jahre Hack, das muss gefeiert werden. Wir haben einen Babysitter und ich habe einen Tisch reserviert. Sie denkt ja ich führe sie in Schanzenbräu, Palmengarten oder Koch und Kellner aus. Mach ich aber nicht, die wird sich wundern!
Die Hochzeit war damals ja ein Nebenprodukt der Schwangerschaft. Wir hatten uns überlegt, dass wir seit etwas mehr als 10 Jahren immer das gleiche machen – im Sommer auf ein paar Festivals, dann das Scharmützel und noch div. andere Feiern… – da könnte man doch mal was anderes zu machen, z.B. ein Baby. Was das alles bedeutet war uns nicht so klar, weil wir die ersten im Bekanntenkreis waren. Man hat dann halt ein Baby. Heiraten wollte ich, weil ich dachte dass das besser ist, so mit Kind und so.
Man merkt nicht das man schon zu nah am Strudel ist, wiegt sich noch in Sicherheit. Die erste große Umstellung war, als die Chefin mit dem Arbeiten aufgehört hat. Ich war es gewohnt, dass sie entweder in der früh oder abends nicht da war und vor allem jedes zweite Wochenende arbeiten musste. Und dann war sie immer da. Und dann kam da noch Kind 1.0 und beide waren immer da.
Da wurde die Wohnung zu klein und überhaupt hatten wir keinen Garten, da braucht man was größeres, ganz klar. Ich weiß noch das es div. Alternativen gab: ein Haus in der Fränkischen mit Job in ER oder N, oder eine Eigentumswohnung oder Haus in N mit der Option Job in IN. Ohne Witz, über die Nummer habe ich mir länger den Kopf zerbrochen als über Kind ja/nein und heiraten ja/nein.
Dann haben wir uns halt mal ein altes Haus gekauft, was das bedeutet war uns genauso wenig klar wie die Sache mit dem Baby. Wir hatten dann halt ein Haus und waren eine Familie. Und das Haus, das kann man ja nach und nach renovieren. Und der Strudel zieht immer stärker.
Und das ist jetzt schon seit 5 Jahren so. Manchmal dreht er sich schnell und du schluckst verdammt viel Wasser und manchmal ist das alles recht gemütlich und du treibst mit dem Rücken auf dem Wasser und lässt dir die Sonne auf den Ranzen scheinen. Und das ist ein Grund zum Feiern – auch wenn Kind 2.0 grade neue Zähne kriegt und uns unsere Nächte stiehlt – vielleicht so gar umso mehr.