CASIO DC-750A

Der CASIO DC-750A war vor gut 30 Jahren mein ganzer Stolz. Ein kreditkartengroßer Taschenrechner mit Geheimfunktion, wie geil! Man konnte 50 Datensätze (zwei Zeilen, eine alphanumerisch, eine nur mit Nummern) mit Passwort geschützt darin speichern und das Teil dann in den Geldbeutel stecken. Wahrscheinlich war mir damals schon unterbewusst klar dass die Daten mal wichtiger sein werden als schnöder Mammon. Oder ich wollte einfach auch nur einen dicken Geldbeutel haben, zwar ohne Kohle aber mit Option auf 50 Kontakte.

Die Rechnung vom 21.12.1989 über 24,95 DM vom Horten in Erlangen und eine Gebrauchsanleitung sind auch noch da, ein runder Fund sozusagen. Irgendwie durchgesetzt hat sich das Ding zwar nicht, weil man als 14 Jähriger gar nicht mal über so viele Kontakte – vor allem geheime – verfügt, aber es war schon cool wenn man ihn aus den Geldbeutel gezaubert hat. Heute zaubert er höchstens noch ein paar schöne Erinnerungen in den Kopf, das ist aber auch nicht schlecht. Bei Ebay-Keinanzeigen wird so ein Gerät noch mit 9 € angeboten, habe ich gesehen, die Taschenrechnerromantiker-Szene scheint eher übersichtlich zu sein.

Es geht voran beim Vorbau

Die letzten Tage waren sehr intensiv: vor der Arbeit zum Baumarkt und Material besorgen, in den Pausen Regiearbeiten und Vorbereitungen, nach Feierabend direkt auf die Baustelle. Jetzt ist der erste große Meilenstein erreicht und die Betonier- und Pflasterarbeiten sind abgeschlossen. Insgesamt war das eine ziemliche Frickelei weil alles um die vorhandene alte Treppe herum gebaut werden musste. Besonders stolz bin ich darauf dass die alten Granitstufen wiederverwendet werden konnten, das war zwar eine Plagerei, aber die sind zu wertvoll um eingemauert zu werden. Den Sockel muss man jetzt noch etwas schönifying, dann kommt der Holzaufbau, das wird übersichtlicher, aber da sich die Chefin ein Glasdach gewünscht hat, wird das auch kein Selbstläufer werden. Hobby? Ja, Teilzeitvorbaubauer!

Per Navi im Wilden Westen

Der Wilde Westen fängt bei uns ja gleich ums Eck an, er heißt Stadtgrenze, danach kommt Fürth. Dahin sind wir gestern geradelt, ich voraus, die Chefin hinterher. Der Plan war ganz einfach, bei Gebersdorf auf den Radweg am Kanal und bei Oberfürberg wieder runter und den Rest gar durchschlagen. Das war der Chefin aber zu staubig und deshalb haben wir uns spontan für eine frei-Schnauze-in-die-grobe-Richtung-Route entschieden. Das sind mir die liebsten! Und wir sind auch gut – aber etwas später – angekommen.

Heimwärts wollte die Chefin auf Nummer Sicher gehen und hat die Sache kurzer Hand selbst in die Hand genommen, sie hat ja ein Navi am Rad, und ist voraus gefahren. Das war auch eine schöne Route, aber von Wild-West-Romantik kann man da dann nicht mehr sprechen. Ich spiele jetzt mit dem Gedanken ihr eine kleine Blumenvase an den Lenker zu bauen, so eine wie im VW-Käfer, dann wäre das Gespann wohl perfekt. Wild West geht dann aber nicht mehr, aber Romantik oder so.

Es geht noch!

Gestern waren ein alternder Rockstar und Gärtner und ich zum ersten mal wieder in einem Wirtshaus, Typ „Sympathische Spelunke von nebenan“. Und was soll ich sagen – es geht noch. Der Wirt war Profi und wir haben uns professionell verhalten, das hat gepasst wie Arsch auf Eimer. Wahrscheinlich ist das mit dem Wirtshausgehen wie mit dem Radfahren, wenn du es einmal drauf hast, dann verlernst du es dein Leben lang nicht mehr.

Kein grüner Daumen dieses Jahr

So schön wie hier alles grünt, schön schön schön. Aber an den Paprikapflanzen ist das irgendwie vorbei gegangen. Die sind im Frühjahr gut gestartet aber dann gab es irgendwann einen Wachstumstop. Vor dem Urlaub wurde das was da war kurzerhand ins Hochbeet gepflanzt und muss sich gegen den Salat behaupten, denn der ist nämlich abgegangen wie Sau! Naja, das wird jedenfalls nichts mehr und genau das gleiche gilt für die Physalis. Aber so ging es nicht nur mir sondern auch meiner Nachbarin – und die achtet sogar auf die Mondphasen! Da müssen wir wohl zukaufen.

Qpdf Tools kann brauchen

Na dieser Artikel über die Qpdf Tools kommt ziemlich genau 14 Tage zu spät. Da hätte man so einfach unsere Tickets in ein Dokument zusammendampfen können, das vereinfacht das Handling beim Check-In schon gewaltig. Vier Tickets, vier Tests und die Einreiseanmeldungen, da ist man am Schalter gut mit Klicken und Ziehen beschäftigt.

Hat aber auch ohne ganz gut geklappt und so sind wir Corona-konform bis nach Kreta gekommen und gestern auch wieder zurück. Das war ein ganz schöner Kontrast, Kreta ist warm, trocken und braun – Nürnberg warm, feucht und grün. Und in der einen Woche ist es noch ein ganzes Stück grüner geworden, der Salat im Hochbeet ist ordentlich gewachsen, die Bäume haben ausgeschlagen und der Rasen ist wieder satt grün. Da ist man nach einer schönen Woche Erholung im Süden auch wieder gern daheim.

Im Papperdeckelbecher!

Das Kind 1 trinkt ja noch keinen Kaffee, aber es spaziert im Urlaub immer mit wenn ich auf der Suche nach einem guten Cafe bin. Wir quatschen dann immer über Gott und die Welt, aber meistens über Politik. Das Kind 1 hat nämlich ein ganz komisches Hobby, es liest Politikerbiographien. Es ist aber noch zu jung ist um bestimmte Sachen oder Zusammenhänge zu wissen, das ist dann mein Part. Die DDR zum Beispiel kannte es nicht – und dem zur Folge auch keine Ossis – aber dafür hat es mich.

Aber zurück zum Kaffee. Gestern sind wir zwei Kilometer in den nächsten Ort gelatscht, haben über die Türkei geredet und dort ein 5-Sterne-Google-Maps Cafe gefunden. Das Cafe war mehr eine Bushaltestelle oder eine Tankstelle ohne Zapfsäulen, aber sei es drum wir sind rein haben bestellt und kriegen den Cappuccino tatsächlich in einem Papperdeckelbecher serviert! Ich muss ganz schön blöd geschaut haben, weil sich das Kind wirklich prächtig amüsiert hat. Der Cappuccino war zwar sau gut, aber bei Kaffeetassen, da bin ich eigen, die müssen das Gesamterlebnis abrunden. Naja, das Kind 1 hat die Lage gut zusammengefasst: Dann suchen wir uns morgen halt ein anderes Cafe – und das machen wir.

Die bösen Träume

Die Chefin hat sich alle Mühe gegeben und meinen Baustellenentzug in eine Pauschalreise integriert. Eine Woche ohne Beton und Dreck, dafür mit viel Schlaf und totaler Erholung und so. Das hat auch bis gestern super funktioniert, bis ich eingeschlafen bin und heute Nacht geträumt habe. Im Traum habe ich den Senior besucht, wir sind im Garten rum gestanden und haben in den Garten vom Nachbarn geschaut. Was das dort drüben ist, wollte ich wissen und der Senior hat gesagt dass das der alte Erdkeller ist, den haben die Alten damals gegraben um dort ihren Most zu lagern und waren dann abends davor gesessen und haben ihn getrunken. Und der Junge hat ihn jetzt wieder her gerichtet und lagert sein Bier darin. Schweißgebadet bin ich aufgewacht und bin schiffen.

Danach bin ich wieder eingeschlafen und habe von meiner Erdkellerbaustelle in unserem Garten geträumt und dass der Nachbar davon bei seiner SPD-Ortsgruppe erzählt hat und von denen jemand seinen Kindern und plötzlich steht eine Fridays for Future Delegation im Garten und schwärmt von der umweltschonenden Art und Weiße seine Sachen zu kühlen. Auch die NN berichtet davon und auf einmal bin ich ein berühmter urbaner Erdkeller-Besitzer. Dann bin ich wieder aufgewacht. Bin wieder schiffen, aber nicht mehr ins Bett sondern laufen, schnell laufen, den Körper für die bösen Träume züchtigen.

Beim Frühstücken habe ich der Chefin von dem Doppel-Erdkeller-Traum erzählt und die schüttelt den Kopf. Sie sagt dass das was krankhaftes bei mir sein muss. Ich höre jetzt auf mit dem Träumen. Das verspreche ich hiermit. Die Gedanken sind nicht frei, wenn es sich um Baustellen handelt, besonders Erdkeller-Baustellen.

Der Gamer-Himmel stadteinwärts

In der Zeitung schreiben sie gerade dass im Nürnberger Westen ein Zentrum für Nerdkultur entstehen soll. Auf 4000 Quadratmetern soll im Nürnberger Westen zusammenkommen können, wer sich für E-Sport, Gaming und vieles mehr interessiert. So eine Nachricht lässt einen als Erziehungsberechtigtem von potentiellen Zielpublikum erst mal zusammenzucken. Obacht. Meine größte Befürchtung war, dass damit die neue Trendsporthalle an der Rothenburger Straße – also genau zwischen unserem Haus und der neuen Schule vom Kind 2 – gemeint ist. Gefahr! Da haben wir aber nochmal Glück gehabt, denn das Zocker-Mekka kommt in die Holzschuherstraße, also gut 2 km weg von uns, Richtung stadteinwärts. Buh!

B-Day beim Vorbau

Gestern war der große Tag, alles, was vorbereitet und geplant wurde, ist Mauer geworden. Es ist wichtig dass das Teil jetzt steht, weil mir im Vorfeld von so einer Aktion immer recht viel durch den Kopf geht und ich vor lauter rumdenken nimmer richtig schlafen kann. Diese Betonschalsteine sind eine feine Sache, man stellt alles auf wie es sein soll, flext sie zurecht, zieht Armierung ein, stützt ab und dann lässt man den Beton rein laufen. Fertig. Das ist viel einfacher als alles zu verschalen!

Ganz lang hab ich hin und her überlegt ob die Mauer ein Fundament kriegt oder man die Steine einfach auf die vorhandenen Platten stellt und sie nur im Boden verankert. Da die Platten vor dem Haus schon auf Beton liegen habe ich mich gegen das Fundament entschieden, das hat die Aktion dramatisch vereinfacht. Jetzt steht die Mauer und kann eine Woche austrocknen und nach Pfingsten geht es mit dem Bodenbelag weiter.