Ein kalter Samstag

Samstag früh -5 Grad, da willst net raus. Es gibt auch nichts zu tun und das Gartenhaus kann warten. Viel zu kalt. Die Zeitung habe ich schon vor dem Frühstück durch, also zum Bäcker und zum Metzger, danach aber schnell wieder rein.

Aber irgendwas muss man doch arbeiten. Mir fällt nix ein, also frage ich eine Massage an, soll die Thaifrau an mir arbeiten. Wortwitz. Nach dem Frühstück bleibe ich auf der Eckbank liegen und recherchiere diverse Themen und schaue Schlagzeugsolos auf Insta.

Die Chefin hadert mit meiner Situation und putzt erst um mich herum, aber als sie den Staubsauber direkt neben mir platziert, hat sie mich. Die Ofenrohre vom Kachelofen müssen sauber gemacht werden, sagt sie. Dringend! Also gut.

Die Rohre reinigt man mit einer Ofenbürste und einem Aschesauger, die Angelegenheit ist recht dreckintensiv. Danach muss man duschen, passt wegen der Massage ganz gut. Wichtigste Lektion für das Kind2: nachdem die Rohre sauber sind, muss man den Zug beim Schüren loben (mindestens einen Tag lang):

  • Mensch, des zicht etz fei ganz schö! Passt für den Anfang
  • Halt mich, sonst zichts mich naus! Steigerung
  • Boa ich komm mir vor wie am Bahnsteig! So lala
  • Wenn ich drauf schür, dann muss ich an Hecht denken. Versteht kein Teenager

Die Thaifrau lobt mich. Idde viel besser! Von ihrer Oh! – Oh je! – Au weia! – Skala mit der sie einen Zustand bewertet, braucht sie nur einmal ein Oh! für das rechte Bein. Das ist schon fast ein Lob. Endlich ist es dunkel. Zeit zum Kochen, danach können wir die Küche sauber machen. Der Ofen zieht wie Hechtsuppe. Morgen wird es bestimmt besser, es soll wärmer werden.

Eigentlich ein wirtschaftlicher Totalschaden

Vor gut 5 Jahren im zweiten Corona-Lockdown ist unser Cerankochfeld kaputt gegangen. Damals war das Teil schon älter als 10 Jahre und ich habe mich dazu entschieden das Kochfeld komplett auszutauschen. Das neue Kochfeld brauchte nur 2 Phasen, das ist super, weil die dritte Phase mittlerweile die Klimaanlage im Dach versorgt. Ein netter Nebeneffekt.

So, kurz vor Weihnachten ist mir ein Glas auf die Kante vom neuen Kochfeld gefallen und es ist ein Stück raus gebrochen. Ein Fall für die Glasversicherung, Schaden melden, reparieren lassen, fertig. Das haben wir auch so gemacht. Gestern war ein Monteur von Bosch da, hat das komplette Kochfeld aus der Arbeitsplatte geholt, dann die Schrauben an der Seite gelöst und die Glasplatte abgenommen und durch eine neue ersetzt.

Der Vorgang hat keine 20 Minuten gedauert. Top! Ich war begeistert. Meine Begeisterung hat aber einen gescheiten Dämpfer erhalten als ich den Preis gesehen habe. Der Austausch von der Glasplatte ist nämlich genau 4 € günstiger als ein komplett neues Kochfeld bei Amazon kostet. Gut dass wir die Glasversicherung haben, aber insgesamt finde ich das schon frech.

Ski-Wochenende 2026

Wir hatten ein sehr gutes Wochenende, sehr gut aber anstrengend! Freitag früh ging es um 4:30 Uhr Richtung Südtirol ins Skigebiet Ratschings-Jaufen und abends nach Sterzing. Die Chefin bestätigt mir eine große Anpassungsfähigkeit, denn so bald ich in einen Bus mit Leuten aus Weilersbach einsteige, bin ich sofort wieder einer – ihren erzieherischen Errungenschaften der letzten Jahre zum trotz!

Von den 50 Leuten im Bus waren gut 30 Leute Skifahrer, der Rest war bei uns in der Wandergruppe. Maßgeblich sind natürlich die Skifahrer, sie haben viel Ausrüstung dabei, brauchen teure Skipässe und so weiter. Die Wandergruppe hat es da einfacher, wir mussten nur entscheiden ob wir mit auf den Berg und oben wandern oder woanders hin wollten.

Am ersten Tag sind wir direkt von Ratschings aus im Tal weiter gewandert, das war echt schön und vor allem hatten wir sehr gutes Wetter. Das Bild oben ist am zweiten Tag entstanden, da sind wir von Sterzing aus mit der Seilbahn auf den Rosskopf gefahren, den Kalender habe ich im Sterzingerhaus gesehen. Das Wetter war leider nicht so gut, es war bedeckt und windig, aber in der Hütte war es dafür um so besser. Die paar Stunden am Sonntag haben wir in Sterzing verbracht und danach wurden die Skifahrer wieder in Ratschings eingesammelt. Die Busfahrt selbst ist schon geil, könnte man wahrscheinlich als separates Event anbieten.

Wintergedanken

Die Chefin hat ein Haar in der E-Auto Suppe gefunden: Es gibt keinen Verbrennungsmotor und deshalb wird die Motorhaube nicht warm und so schmilzt der Schnee darauf nicht. Skandal! Da hat sie natürlich recht. Richtig schlimm ist das nicht. Dachte ich jedenfalls, aber es gibt einen Corner Case den ich erzählen muss und zwar ist es so, wenn der Schnee auf der Motorhaube schmilzt und es danach wieder friert, dann kriegt man die Motorhaube nicht mehr auf. Das ist blöd wenn man die Scheibenwischwasser nachfüllen muss. Noch blöder ist, dass die Motorhaube dann irgendwann aufspringt sobald es wärmer wird. Ist das Auto dann abgeschlossen, geht die Alarmanlage los. Da ist dann ganz schön was los in der Nachbarschaft.

Über Nacht ist der Schnee bei 5 Grad gut weg geschmolzen, wenn jetzt noch mein Rotz weg ist, kann ich ab nächste Woche wieder laufen gehen. Der Rotz kommt gerade in so vielen Farben aus meiner Nase, das ist der Hammer – eine Art Regenbogen des Verderbens – und in der Früh sind es dann auch ganz schöne Brocken. Ich bin dann immer ganz stolz dass mein Körper solche abstoßenden Strukturen generieren kann. Aber insgesamt bin ich durch mit dem Winter.

Neun Grad, plus!

Das Kind 2 hat in den letzten Tagen den Minusgraden zum Trotz Schneemänner gebaut. Stramme Kerle sind das, aber 9 Grad halten die nicht aus. Blöd für sie, dafür aber Frühlingsgefühle für mich. Der Tag der Unwetterwarnung, war der schönste seit langen!

Von wegen Trennungsangst

Heute ist ein großer Tag, denn ich trenne mich von ein paar Büchern, die ich schon seit dem Studium besitze. Die Chefin unterstellt mir ja gerne eine gewisse Trennungsangst, von wegen! Die unteren zwei Bücher habe ich mal bei einer Computer-Börse gekauft, irgendwann 2000 oder 2001 müsste das gewesen sein, sie sind der Beweis, dass mich das Thema Messen-Steuern-Regeln quasi schon beschäftigten, seit ich so richtig mit Computer zu tun habe.

Die anderen beiden Bücher habe ich ungefähr 2003 gekauft, als ich noch selbstständig war. Das Internet war damals noch keine gute Informationsquelle und wenn man einigermaßen etwas nicht alltägliches zu tun hatte, dann musste man teure Literatur zurückgreifen. Die O’REILLY Bücher waren der totale Standard, musste man haben, gab es für ungefähr jedes Thema was. Mit dem „Netzwerkprogrammierung in Perl“ habe ich ein Programm geschrieben, das man heute wohl „Web-Service“ nennen würde, damals ging das noch ohne Frameworks. Man hat einfach einfach ein Programm geschrieben, das auf einem Port lauscht und Befehle entgegen nimmt und sie bearbeitet. Gute alte Zeit. Ade ihr Schreibtischbegleiter.

2025 – der ganze Rest

Normalerweise bin ich ja immer recht entspannt, aber die Arbeit hat mich dieses Jahr schon einiges an Lauf- und Rad-Kilometer beschäftigt. Das war ein Auf und Ab der Gefühle: Weihnachten durcharbeiten, die Freude über die erste Lieferung, dann ein Abfindungsangebot aus heiteren Himmel, gehen, bleiben, falls ja wohin, oder doch nicht, und die ganzen Seiteneffekte einer jeden Alternative. Das wünsche ich echt keinem! Aber ich denke wir sind jetzt durch damit und es fühlt sich wieder gut an.

Kleine Auszeiten waren die vielen Konzerte, das geht langsam wieder in die Richtung wie vor Corona. Wir hatten echt ein paar ganz schöne dabei, kein einziges hat mich enttäuscht, das war echt top.

Mein emotionalster Moment dieses Jahr war sicher der Zieleinlauf vom Marathon. Schon ab Kilometer 30 war klar dass ich es schaffe, bei Kilometer 38 hatte ich fast sowas wie ein Hoch, weil ich noch nie weiter gelaufen war. Und dann stehen da die vielen Leute, die deinen Namen schreien, dich abklatschen und dann ist es vorbei und ich konnte gar nix mehr. Nicht mehr reden, nicht gehen, nicht mal heulen vor Glück. Bestimmt 20 Minuten lang. Das war eine krasse Erfahrung.

Ansonsten bin ich ziemlich erstaunt darüber, wie sich die USA vom „Land of the free“ in eine Diktatur verwandeln. Wer sich fragt wie das Mitte der 30er bei uns in Deutschland passieren konnte, kann jetzt live in den USA verfolgen. Meinungsfreiheit einschränken, Macht zentralisieren und das Volk radikalisieren. Bäm. Noch schlimmer finde ich, dass die Nazis auch in Deutschland wieder so populär sind – und das sogar bei Menschen, denen ich Intelligenz unterstelle. Da muss 2026 echt besser werden!

2025 – der Heimwerker

Baustellen gab es ganz unterschiedliche dieses Jahr. Wir haben ja gleich in der KW2 mit dem neuen Bad begonnen, die Handwerker sind gekommen, haben jeden Tag gearbeitet, sich untereinander abgestimmt, das waren Profis, und ich war quasi nur der Baustellen-Host, der die Umgebung bereitstellt, habe mich um den Kaffee gekümmert und musste sonst nur Kleinigkeiten machen. Das war eine interessante Erfahrung, aber eine sehr teure interessante Erfahrung. Mit dem Ergebnis sind wir jetzt, gut einem Jahr im Gebrauch, immer noch glücklich. Da wurde sau gut, was lange währte.

Meine Lieblingsbaustelle ist aber das Gartenhaus, da ist dieses Jahr eine alte Leidenschaft wieder neu entfacht und ich bin die Idee, mein Büro in das #GartenhausEins zu bauen, endlich angegangen. Das ist eine Baustelle ganz nach meinen Geschmack. Da war alles dabei, von den Basics wie eine bessere Stromversorgung verlegen, ein neues Fenster einbauen bis hin zum Austausch des Fußbodens – und jetzt bin ich schon am Innenausbau. Top! Das wird langsam, aber stetig. 2025 ging also ganz schön was.

2025 – der Sportler

Meine Laufstatistik für 2025 kann sich heute schon sehen lassen, mit etwas Glück und über -5 Grad, werde ich dann zu Silvester bei 112 Läufen und etwas mehr als 935 km landen. Das ist nicht schlecht (das Kind 1 hat zwar mehr Läufe und Kilometer, fährt aber kein Rad, nur so am Rande erwähnt). Eigentlich müsste ich ja ein dünner Hering sein, spindeldürr sogar. Das ist aber nicht der Fall, weil ich mir eine bahnbrechende Bierkompensationsmethode ausgedacht habe, die sehr viel mit Elektrolyten und der Angst vor schlechten Zeiten zu tun hat. Elektrolyte sind wichtig – Elotrans hilft zwar auch, schmeckt aber bei weiten nicht so gut wie ein kühles Bier.

Ansonsten bin ich auch noch viel Rad gefahren, 99 Einheiten und 1.579,7 km sagt Strava. Das ist nicht wenig. Nach dem Marathon hatte ich ja erst mal einige Zeit keinen Bock mehr aufs Laufen und bin nur noch Rad gefahren. Diese Tour war Zufall aber danach war klar dass ich ein besseres Rad brauche. Und im Nachhinein muss ich sagen dass das Gravel-Bike die Top-Anschaffung 2025 war. 2025 war also wenigstens ein gutes Sportjahr.

Eingelegte Schnitzel

Dieses Weihnachten haben wir die Verwandtschaft zu uns zum Essen eingeladen. Ich habe mich nicht lumpen lassen und ein Gericht, das die Schwiegermutter früher immer gemacht hat, nachgekocht und zwar ihre „Eingelegte Schnitzel“, altes Familien Rezept. Eingelegte Schnitzel wurden früher wahrscheinlich nur an wirklich hart arbeitende Menschen verfüttert – Gerüstbauer oder Waldarbeiter oder Leute im Bergwerk – ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass es Generationen gedauert hat bis der Körper von normalen Menschen mit so viel Energie pro Bissen zurecht kam. Bin aber kein Evolutionsforscher, ist nur so ein Bauchgefühl.

Das Gericht geht folgendermaßen, man klopft Schnitzel hauch dünn, paniert sie und bäckt sie in Butterschmalz raus (dabei müssen die Schnitzel noch gar nicht ganz durch sein). Danach schneidet man Speck, Schinken und Zwiebel klein und schwitzt sie in der Pfanne an. Die Schnitzel legt man in eine Auflaufform, gibt was von den Speck-Schinken-Zwiebel-Masse drüber, dann kommt die nächste Schicht Schnitzel und wo weiter. Und jetzt kommt der Kalorienzauber: Man mixt Sahne, Schmand und Gemüsebrühe zu einer Soße, der Thermomix eignet sich dafür übrigens sau gut, und diese Soße kippt man dann über Schnitzel in der der Auflaufform, bis alles bedeckt ist.

Man muss ich das mal vorstellen in der Auflaufform sind Schnitzel an Speck und Schinken (die Zwiebel sind zu vernachlässigen) und in den Zwischenräumen kommt die Sahnesoße. Wow. Das Ganze kommt dann noch für ca. 40 Min in die Röhre, damit alles schön miteinander „reagieren“ kann. Wer es ganz gut machen will, lässt es über Nacht stehen und wärmt es am nächsten Tag auf. Was für ein Festmahl. Man kann dazu Beilagen essen, kann es aber auch sein lassen.