Wie liegen Sie denn?

Sichtbares Zeichen meiner auf den ersten Blick nicht sofort sichtbaren Krankheit ist ein weißer Verband am rechten Fuß und eine Jogginghose. Die Jogginghose habe ich eigentlich fast nur im Krankenstand an, es ist keine Jogginghose zum Joggen, es ist eher eine die man sich kauft bevor man auf Kur geht oder ins Krankenhaus. Sport wurde mit ihr noch keiner betrieben und wird es wahrscheinlich auch in Zukunft nicht. Die Jogginghose ist schwarz, hat also auf den ersten Blick keine Signalfarbe, aber jeder der mich in ihr sieht, weiß dass irgendetwas nicht passt. Das funktioniert und das ist wichtig, ansonsten wird man nicht als Kranker wahrgenommen, sondern als fauler Hund.
Jetzt liege ich also als offensichtlich Kranker auf dem Sofa, das Bein liegt hoch, der Verband stellt einen schönen Kontrast zur schwarzen Hose und zum dunklen Sofa dar, und warte auf meine Genesung. Ab und zu stehe ich auf und hinke durch die Wohnung. Dass das Gästeklo genau jetzt renoviert wird ist ungünstig. Das bedeutet nämlich, dass ich nicht einfach mal so schnell mal eben zum Schiffen gehen kann, sondern nur kurz bevor es die Blase zerreißt, die Treppe in den ersten Stock hoch humpeln muss. Die Treppe ist der Kritische Pfad in diesem Projekt. Dieser Umstand ist nicht perfekt, sorgt aber für eine gewisse Grundspannung und die ist ja bekanntlich wichtig. Die Musik verschafft mir Ruhe und die brauche ich auch. Auf diese Weise werde ich grade, also rein gesundheitsbedingt, zu einer gewissen inneren Einkehr in der Karwoche gezwungen.

Wo liegen sie denn?

Seit gestern sticht es beim gehen. Das ist die nächste natürliche Eskalationsstufe des Körpers, der schreit praktisch nach ärztlichem Support! Montag, Monatsanfang, Quartalsanfang – ganz schön clever wer da zum Arzt geht… Da wartest heute ewig hat die Chefin gesagt, nützt aber nix hab ich mir gedacht, also bin ich mit allerlei Zeugs zum Lesen, einer Flasche Wasser und einem internetfähigen Smartphone los, bereit der stundenlangen Wartezeit ins Auge zu sehen.
Kommt mir nach 50 m nicht der Arzt entgegen gefahren (der wohnt ein paar Häuser weiter vorne). Wenn der Arzt nicht in seiner Praxis ist, dann warte ich vielleicht umsonst, habe ich knallhart kombiniert und ihn gleich angesprochen als er ausgestiegen ist. Nein, heute ist Abrechnung, da bleibt die Praxis geschlossen. Aber was haben Sie denn wollte er wissen. Ich habe ihm mein Leid geklagt, er hat sich die Sache kurz angeschaut, mir klare Anweisungen gegeben und mich auf morgen in die Praxis bestellt. Jetzt liege ich auf dem Sofa und vermeide jeden einzelnen Schritt, schlimmer kann es nicht mehr kommen!

Wo laufen sie denn?

Es gibt sau wenig Sachen die mir wichtig sind, eine ist Laufen gehen. Jetzt plagt mich aber schon seit etwas mehr als zwei Wochen diese entzündete Sehen (oder was immer das auch ist). Jedenfalls war ich das letzte mal vor ca. zwei Wochen laufen und diese Zwangspause schlägt mir aufs Gemüt. Alkohol ist da auch keine richtige Lösung

Entschleunigung ist in

Das Wort Entschleunigung habe ich zum ersten mal vor zwei oder drei Jahren gehört. Der DKausO hat mir damals erzählt, dass er grade sein Leben entschleunigt. Das hat mir gefallen! Seitdem versuche ich auch mein Leben zu entschleunigen, manchmal sogar erfolgreich. Wie ich gestern durch das stadtgewordene Zentrum des automobilen Wahnsinns mitten im mitteldeutschen Niemandsland laufe, habe ich nicht schlecht gestaunt dass es da eine Ausstellung namens „Die Kunst der Entschleunigung“ gibt. Entschleunigung ist grade in, und ich voll im Trend.

Großkampftag

Heute ist einiges gegangen:

  • Die Fliesen, die am Freitag und Samstag von den Wänden geschlagen wurden, hab ich heute zum Wertstoffhof gebracht.
  • Der Installateur hat die alten Leitungen alle herausgeschlagen
  • Die Wasserinstallation fürs Klo wurde komplett gemacht, so dass der Fliesenleger kommen kann.
  • Gleiches gilt für die Heizung.
  • Im Keller die Zu- und Abwasserleitungen ausgetauscht und ein Druckminderer eingebaut
  • Musterfliesen besorgt
  • Und zu guter Letzt den Tag gar abgegrillt.

Ich bin ansatzweise so etwas ähnliches wie stolz. Wenn man Fliesenliefertermine, Trockenbauer- und Fliesenlegerkoordination realistisch ansetzt, dann können wir Ende April einen Haken hinter das Gästeklo machen.

Tanzabend

Gestern waren wir auf Tanzabend. Nein, nicht auf Tanz wie früher mit Band, Bier und Rumgehupfe, sondern auf Tanzabend mit sauber anziehen, im Publikum sitzen und leise zuschauen. Aus Reihe 6, Platz 15 und 14 hatten wir die Bühne fest im Blick – Kamera und Foto griffbereit für den großen Moment. Und dann war es so weit Kind 1.0 betrat die Bühne, sauber gestylt, konzentriert und sichtbar aufgeregt. Aufgeregt waren die Chefin und ich auch und maximal stolz. Die Kleine hatte mit ihrer Gruppe zwar nur ein paar Minuten, aber die haben gereicht. Emotionen pur! Ballett als Kunstform muss ich mir erst noch erarbeiten, aber wir sind ja erst am Anfang.