Zum Thema Fleischzubereitung aus Männersicht II

Vorgestern waren zwei bekannte Feinschmecker und ich in Sachen Fleischveredelung unterwegs. Im Speziellen ging es um das Themengebiet „Amerikanisches BBQ“. Die Amis grillen in der Regel ja größere Brocken als wir, da könnten wir uns ja vielleicht was abschauen, haben wir uns gedacht. Aber genau genommen gab es gar nicht mal so viel zum Abschauen, eher zum Staunen, übergroße Batzen Fleisch und übergroße Grills nämlich. Unverhältnismäßig große, für fränkische Verhältnisse jedenfalls.
Lässt man die großen Dinger mal außer Acht und bewertet nur das Kosten-Nutzen-Verhältnis und dann noch die Tatsache dass gar nicht mal so viel Neues dabei rum gekommen ist, dann kann man dem Seminar keine 5 Sterne geben. Klar kann bei gut 20 Leuten nicht jeder sein Steak grillen, aber irgendwie hätte ich mir mehr erwartet. Aber das Fleisch war gut, sau gut sogar! Und so ein überdimensionierter Gasgrill ist ja so unattraktiv auch nicht. Was bleibt? Ein voller Wanst und die Gewissheit dass man im Fall der Fälle dort in Burgfarrnbach (wie Stein, bei Fürth) auch kurzfristig an Profiequipment kommt.


Dass sich der Verfasser dieser Zeilen im Rahmen seiner Midlife Crisis irgendwann mal ein dickes Auto oder Motorad kauft, ist eher unwahrscheinlich. So ein grillgewordener Penisersatz hätte da durchaus Potential.

Ein mitdenkender Läufer ist kein durstiger Läufer

Am Vatertag hat einer der Mitwanderer erzählt dass er einen Halbmarathon gelaufen ist – und das sogar in einer ganz passablen Zeit. Läuft der mit 44 einfach mal so einen Halbmarathon, Donnerwetter! Haus gebaut, Sohn gezeugt, Baum gepflanzt Halbmarathon gelaufen. Halbmarathon.
Nüchtern betrachtet profitiert das Wort „Halbmarathon“ schon arg vom „Marathon“, dabei ist der Halbmarathon nix anderes als ein 20 km Lauf. Und einen 20 km Lauf bekommt man wenn man eine 10 km Runde zweimal läuft. Und weil wir gerade dabei sind: ein 10 km Lauf ist ein Virtelmarathon, den nennt bloß keiner so. 20 km Lauf, das ist doch gleich weniger abstrakt.
Was soll ich sagen, das kann man schon mal machen, aber vielleicht nicht gerade verkatert am Tag nach dem Vatertag und auch nicht einfach so ungeplant. Weil wer da auch nur ein bisschen mitdenkt, der wird sich irgendwo was zum Trinken deponieren. Ein Spontan-20-km-Läufer hat die letzten 5 km einfach nur Durst. Zusammengefasst: „Halbmarathon“ – Haken dran, hätte aber mit Einsatz von etwas Hirn angenehmer ausfallen können.

Offen zur Schau gestellt


Heute bin ich mit der coolste im Büro, weil jetzt können nämlich alle das Aua bestaunen. Oh, das schaut ja richtig böse aus! Ja. Mit Verband war auch ganz cool, zumindest am Anfang als man noch etwas Blut gesehen hat. Es geht aber praktisch nichts über eine offen zur Schau gestellt Wunde, da bist du der Held am Kaffeeautomaten. Die Hand ist mittlerweile wieder gut einsetzbar, nur in die Hosentasche stecken geht noch nicht so gut – und das schränkt bei der täglichen Arbeit schon ganz schön ein.

Christian H., deutscher Sackkarrenbesitzer

Früher war das ja alles kein Problem, aber mittlerweile muss man aufpassen. Man muss sich schonen. Und Sackkarren helfen beim Schonen, beim Rückenschonen. Man kann Zementsäcke damit rum fahren, oder Grills, ganze Hackstöcke sogar! Kinder sowieso. Flexible Dislokationen bis maximal 200 kg für 44 Euro direkt zum Mitnehmen. Sackkarren, das nächste große Ding!

Zum Thema Fleischzubereitung aus Männersicht


Gestern waren ein bekannter Feinschmecker und ich in Sachen Fleischverkostung unterwegs. Im speziellen ging es um das Themengebiet „Slow Smoked BBQ“ also langsam gegrilltes Fleisch. Aus Endkundensicht ist es eigentlich egal wie lange ein Stück Fleisch auf dem Grill verbracht hat und ob es etwas näher an der Glut gelegen ist oder eher nur im Rauch, Hauptsache es schmeckt. Hat es gestern aber nur bedingt, sehr schade.
In so einem Fall kommt sofort der ambitionierte Heimwerker durch und denkt ans Selber-besser-machen. Dann der ambitionierte Griller und denkt ist doch ganz einfach: „Weber Genesis II“, „Weber Genesis II“, „Weber Genesis II“! Aber gleichzeitig schüttelt das ambitioniert verantwortungsvolle Familienoberhaupt innerlich den Kopf und denkt du spinnst! Zusammengefasst kann man sagen dass multiple Persönlichkeiten die langfristige Sicherstellung eines guten Stück saftigen Fleischs schon ungemein erschweren!

Dann trink doch amol a Bier!

Jeden Abend gibt es in der Werbung irgendeine gut aussehende Frau, die von Verstopfung geplagt wird. Und eine jede davon freut sich über die wohltuende Wirkung von ein paar beschissenen homeopädischen, rein pflanzlichen und kalorienarmen Tropfen. Und jedesmal denke ich mir Himmel Herrgott Sakrafix dann trink halt amol a Bier du dumme Sau!

Kommunion ist auch nicht mehr das was es mal war

Wie ich klein war gab es bei uns einen Pfarrer und der Pfarrer war das geistliche Gegenstück zum Bürgermeister. Höchstwahrscheinlich hatte er sogar noch mehr Macht als Bürgermeister, weil er ja in göttlichen Auftrag unterwegs war. Dementsprechend war so eine Kommunion auch eine Angelegenheit allerhöchster Wichtigkeit – für die Kirche, das Dorf, die Schule und vor allem die Kommunionkinder. Da herrschte Zucht und Ordnung und man sah dass es gut war.
Davon kann man 2017 in einer Stadt nur träumen. Ja, die Kinder werden auch hier auf die Kommunion vorbereitet und auch die Kirche wurde geschmückt und auch der Pfarrer hat sich mühe gegeben, aber spätestens am vergangenen Sonntag habe sogar ich verstanden dass der Tanker katholische Kirche auf Eisbergkurs ist.
Zum Reformationsjubiläum 2017 kann man da eigentlich nur hoffen dass es demnächst eine Reformation 2.0 gibt. In einer Kirche in der man Ordner braucht, die aufpassen dass die Zuschauer sich so verhalten wie der Pfarrer es sich wünscht, wird ganz schnell klar dass es da an weit mehr fehlt als einfach nur an etwas Frömmigkeit. Da traf aufeinander was schon lange nicht mehr zusammenpasst und wurde mit viel Aufwand künstlich zusammengehalten. Katholische Kirche ist auch nicht mehr das was sie mal war.

Die Ausgangssperre

Die Chefin hat für dieses Wochenende eine Ausgangssperre verhängt. Da gibt es nichts zu Rütteln: Das Kind 1 hat am Sonntag Kommunion und da werden alle Ressourcen benötigt. Da geht es nicht einfach mal schnell am Freitag aufs Walberla oder am Samstag auf die Blaue Nacht. Ausgangssperre ist Ausgangssperre!
Aber es ist nicht so wie es auf den ersten Blick scheint, es wurde sich weiterentwickelt. Da ist nämlich nicht mehr primär die Angst dass das Weggehen zu arg ausartet – nein, jetzt steht der spontane Bedarf an einen universell einsetzbaren, handwerklich nicht gerade unbegabten Problemlöser, im Vordergrund. Und so betrachtet ist es ja schon fast wieder eine Ehre dieses Wochenende auf die spontanen Ideen einer Chefin im Ausnahmezustand zu reagieren und keine Ausgangssperre im herkömmlichen Sinn. Das Glas ist halb voll.