Da wo die Blasmusik spielt #2


Da ist man fast 20 Jahre urban sozialisiert, hat studiert und lebt ein komplett anderes Leben – und dann steigt man in das Wohnmobil und betritt ein musikalisches Raum-Zeit-Kontinuum.
Blasmusiker sind ja so ähnlich wie normale Musiker spielen aber Blasinstrumente und da zählt der Ansatz, wenn der Ansatz nicht passt, dann kannst die Nummer vergessen. Immer an den Ansatz denken, ganz wichtig.

Black Rebel Motorcycle Club – geht auch ohne Motorrad

Im RCN schreiben sie „Wenn ihr jemanden kennenlernt, der den BRMC gern mag, vertraut ihm, dieser Mensch hat Stil!“ und weiter zum Konzert: „Wenn es hinterher von Euch heißt Mist, habe es leider nicht geschafft, dann seid ihr definitiv raus aus der coolen Ecke!“. Da fühlt man sich natürlich als stilvoller, vertrauneswerter Mensch zu einem Konzertbesuch verpflichtet.
Der Hirsch war gestern bestimmt ausverkauft oder kurz davor – und das bei diesen Temperaturen! Es gibt also noch mehr stilvolle vertrauneswerte Menschen in der coolen Ecke. Das ist schön, dann ist man dort nicht allein. Der aufmerksame Leser wird im Bild oben sofort sehen dass es gestern im Hirsch eine andere Beleuchtung gab. Haben die BRMCs tatsächlich ihre eigene Beleuchtung mitgebracht, eine Augenfreude. Als besonderes Schmankerl gab es an der Abendkasse noch ein paar richtig schöne gedruckte Tickets. Alles richtig gemacht, der Verfasser dieser Zeilen und der Black Rebel Motorcycle Club.

Da Dan in N


Gestern Abend Showdown im Hirsch, der Dan Patlansky tritt als Vorband auf. Als Vorband! LOL sagt da der Digital Native. Vielleicht tritt er dienstags ja immer als Vorband auf, so zum Spass halt. Ein spitzen Konzert, jedenfalls für einen Dienstag. Headliner waren King King und die waren auch ganz gut. Da Dan halt, spielt Gitarre mit einer Hand, so einer ist das.

Wieder was erlebt – das Antistadl-Festival


Aus der Reihe „Was man alles so erlebt wenn man überhaupt nicht damit rechnet“. Also die Ansage war einfach der Menzl spielt in Erlangen im E-Werk, Karten kaufen! Ok, einfach. Mindestens genauso einfach wäre gewesen mal auf die Karte zu schauen, es hat nämlich nicht einfach nur der Menzl mit seiner Kapelle gespielt, sondern es war Antistadl: Marihuanne & Kiffael präsentieren Boxgalopp & Kapelle Rohrfrei, Klezmaniaxx, Kapelle Josef Menzl und Kellerkommando. Eine Veranstaltung mit Rahmenprogramm also.
Oh Mann, war das eine Show! Wer denkt dass rum springen und Stage-diven nur bei Rock Bands geht, der hat sich geschnitten. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Hier ist ein Video vom letzten Jahr, damit man grob ein Gefühl da von kriegt. Das Antistadl-Festival – Volxmusik ist Rock’n’Roll!

Parole „Unser November“! #6


Der eigentliche Grund für die Reise ins winterliche Prag war ja das Helloween Konzert gestern. Wem Helloween nichts sagt, das ist ein deutsches Heavy Metal Urgestein und zum 30 jährigen Band-Jubiläum derzeit in Originalbesetzung auf großer Tour. Groß heißt in diesem Fall nicht nur einmal quer über den Erdball, sondern auch richtig groß aufgezogen, große Bühne, fette Show und richtig viele Zuschauer – in der Eisarena waren es gestern 12.000 Leute!
Die Musik von Helloween muss man mögen, einen Wochenendtrip nach Prag war sie allemal wert. Die Reisegruppe war bunt gemischt, der Reiseleiter nicht nur Prag-Kenner, Fussball-Spezialist und Helloween-Sachverständiger sondern auch noch Yogurt-Sommelier. Beste Vorraussetzungen für einen Selbstläufer-Trip. So, Geheimplan „Unser November“ endet hiermit leider offiziell. Schade, aber Ende gut, alles gut. Supergut.

ALC rollt das R


Wie es manchmal so spielt. Da stand am Samstag in der Früh ein kleiner Beitrag über eine fränkische Hip-Hop-Band aus Treuchtlingen in der Zeitung und deren Frankenhymne des 21. Jahrhunderts. Das Video dazu ist auch ganz nett, soweit so gut.
Am Samstag Abend sind wir auf einer Feier in der Fränkischen. Eine Feier wie es sie früher öfters, mittlerweile aber nur noch selten gibt. Ein Party-Fossil sozusagen. Gutes Ambiente und vor allem eine Bühne für ein paar Bands. Und genau auf dieser Bühne – und zum krönenden Abschluss und zur besten Zeit – spielt genau diese Band. Wenn das kein Zufall ist. Wahnsinn.

Am 3. Tag ist das dann schon hart

Man sagt ja dass junge Frauen alte Männer jung halten, das kann ich bestätigen. Das junge Ding, das ich seit ein paar Jahren am Start habe, hat sich überlegt dass wir auf Rock im Park müssen. Also waren wir auf Rock im Park. 3 Tage lang laute Musik, viele Menschen, ein breites wettertechnisches Spektrum und schlechtes Bier. Alles was ein Jungbrunnen halt so braucht.
Auf dem Bild links sieht man übrigens ein Festival-Fabelwesen, die Kloschlange. Auf den ersten Blick hat sie Ähnlichkeit mit Schlangen vor Museen in England oder Supermärkten in der DDR, aber sie unterscheidet sich doch im Detail, sie stinkt nämlich bestialisch.
Was bleibt: die Hosen sind live legendär gut, Rammstein ein Phänomen das ich nicht verstehe, ein Jack-Daniel’s Turnbeutel (der sich unter Angabe einer falschen Identität erschwindelt wurde) und ein Pulli, weil es dann gestern Abend doch recht frisch war. Klar ist, nach so einem Spektakel braucht es jetzt erst mal ein paar Tage Ruhe, Verjüngung hin oder her.
[Update] Oh Mann, doch glatt die Prophets of Rage mit einem Best of von Rage Against the Machine, Public Enemy und Cypress Hill vergessen, mein persönlicher Festival-Favorit!

Spidergawd im Club Stereo – das Konzert des Jahres heuer schon im März


Gestern Nachmittag war ich mir noch ziemlich sicher dass wir die Terrassenüberdachung zu klein geplant haben und war kurz davor beim Lieferanten anzurufen und umzubestellen. Seit gestern Abend ist aber klar, dass man darunter locker eine Bühne samt Spidergawd und einer Hand voll Fans unterbringen könnte. Soviel zu diesen Dimensionen.
Jetzt zu den Dimensionen von Spidergawd: In Hamburg beschreiben sie es als Energie-Exzess, der Sinne wie Ohren betäubt und recht haben sie und das dann in einer Location wie dem Club Stereo, die wie dafür gemacht ist. Das dürfte das Konzert des Jahres gewesen sein. Viel besser geht wahrscheinlich nicht.
Und nicht zu vergessen, die Vorband Woodland hat dazu gepasst wie die Faust aufs Auge. Top! Von diesem Abend werden wir unseren Enkeln noch erzählen und werden feuchte Augen bekommen, oder Windeln, jedenfalls feucht.

Da Boa, boah!

Boa live
Der konsequenteste Indiepionier unseres Landes mit dem Voodooclub im Hirsch. Ich muss etwas ausholen. Früher war das Leben einfach: Entweder du hast als Kerl Blasmusik gespielt, weil du am Land groß geworden bist, oder warst Metaller, oder beides, ohne Crossover. Dazwischen gab es eigentlich nur Popper-Scheiß. Dann kam der Voodoocult mit dem Herrn Boa und allem an Board was das Metaller Herz begehrt: Dave Lombardo, Chuck Schuldiner, Waldemar Sorychta und Mille Petrozza. Ein Trash-Metal-Gerät mit einem Popper als Sänger!
Nachdem der Phillip Boa dann wieder mit dem Voodooclub weitergemacht hat, musste der dann auch mal behört werden. Und so schlecht war dieses Popper-Zeugs gar nicht, also fast schon gut. Naja und seitdem wird halt Boa gehört. Fertig.
Zum Konzert: Super! Vorher noch schnell am Diana-Platz beim Kebap Sarayi einen spitzen Dönerteller gegessen, der Hirsch war voll und der Voodooclub samt Boa haben geliefert. Und zwar sowas von. Dann noch zum Runterkommen in die Monobar, ein perfekter Abend.