2025 – der ganze Rest

Normalerweise bin ich ja immer recht entspannt, aber die Arbeit hat mich dieses Jahr schon einiges an Lauf- und Rad-Kilometer beschäftigt. Das war ein Auf und Ab der Gefühle: Weihnachten durcharbeiten, die Freude über die erste Lieferung, dann ein Abfindungsangebot aus heiteren Himmel, gehen, bleiben, falls ja wohin, oder doch nicht, und die ganzen Seiteneffekte einer jeden Alternative. Das wünsche ich echt keinem! Aber ich denke wir sind jetzt durch damit und es fühlt sich wieder gut an.

Kleine Auszeiten waren die vielen Konzerte, das geht langsam wieder in die Richtung wie vor Corona. Wir hatten echt ein paar ganz schöne dabei, kein einziges hat mich enttäuscht, das war echt top.

Mein emotionalster Moment dieses Jahr war sicher der Zieleinlauf vom Marathon. Schon ab Kilometer 30 war klar dass ich es schaffe, bei Kilometer 38 hatte ich fast sowas wie ein Hoch, weil ich noch nie weiter gelaufen war. Und dann stehen da die vielen Leute, die deinen Namen schreien, dich abklatschen und dann ist es vorbei und ich konnte gar nix mehr. Nicht mehr reden, nicht gehen, nicht mal heulen vor Glück. Bestimmt 20 Minuten lang. Das war eine krasse Erfahrung.

Ansonsten bin ich ziemlich erstaunt darüber, wie sich die USA vom „Land of the free“ in eine Diktatur verwandeln. Wer sich fragt wie das Mitte der 30er bei uns in Deutschland passieren konnte, kann jetzt live in den USA verfolgen. Meinungsfreiheit einschränken, Macht zentralisieren und das Volk radikalisieren. Bäm. Noch schlimmer finde ich, dass die Nazis auch in Deutschland wieder so populär sind – und das sogar bei Menschen, denen ich Intelligenz unterstelle. Da muss 2026 echt besser werden!

2025 – der Heimwerker

Baustellen gab es ganz unterschiedliche dieses Jahr. Wir haben ja gleich in der KW2 mit dem neuen Bad begonnen, die Handwerker sind gekommen, haben jeden Tag gearbeitet, sich untereinander abgestimmt, das waren Profis, und ich war quasi nur der Baustellen-Host, der die Umgebung bereitstellt, habe mich um den Kaffee gekümmert und musste sonst nur Kleinigkeiten machen. Das war eine interessante Erfahrung, aber eine sehr teure interessante Erfahrung. Mit dem Ergebnis sind wir jetzt, gut einem Jahr im Gebrauch, immer noch glücklich. Da wurde sau gut, was lange währte.

Meine Lieblingsbaustelle ist aber das Gartenhaus, da ist dieses Jahr eine alte Leidenschaft wieder neu entfacht und ich bin die Idee, mein Büro in das #GartenhausEins zu bauen, endlich angegangen. Das ist eine Baustelle ganz nach meinen Geschmack. Da war alles dabei, von den Basics wie eine bessere Stromversorgung verlegen, ein neues Fenster einbauen bis hin zum Austausch des Fußbodens – und jetzt bin ich schon am Innenausbau. Top! Das wird langsam, aber stetig. 2025 ging also ganz schön was.

2025 – der Sportler

Meine Laufstatistik für 2025 kann sich heute schon sehen lassen, mit etwas Glück und über -5 Grad, werde ich dann zu Silvester bei 112 Läufen und etwas mehr als 935 km landen. Das ist nicht schlecht (das Kind 1 hat zwar mehr Läufe und Kilometer, fährt aber kein Rad, nur so am Rande erwähnt). Eigentlich müsste ich ja ein dünner Hering sein, spindeldürr sogar. Das ist aber nicht der Fall, weil ich mir eine bahnbrechende Bierkompensationsmethode ausgedacht habe, die sehr viel mit Elektrolyten und der Angst vor schlechten Zeiten zu tun hat. Elektrolyte sind wichtig – Elotrans hilft zwar auch, schmeckt aber bei weiten nicht so gut wie ein kühles Bier.

Ansonsten bin ich auch noch viel Rad gefahren, 99 Einheiten und 1.579,7 km sagt Strava. Das ist nicht wenig. Nach dem Marathon hatte ich ja erst mal einige Zeit keinen Bock mehr aufs Laufen und bin nur noch Rad gefahren. Diese Tour war Zufall aber danach war klar dass ich ein besseres Rad brauche. Und im Nachhinein muss ich sagen dass das Gravel-Bike die Top-Anschaffung 2025 war. 2025 war also wenigstens ein gutes Sportjahr.

Eingelegte Schnitzel

Dieses Weihnachten haben wir die Verwandtschaft zu uns zum Essen eingeladen. Ich habe mich nicht lumpen lassen und ein Gericht, das die Schwiegermutter früher immer gemacht hat, nachgekocht und zwar ihre „Eingelegte Schnitzel“, altes Familien Rezept. Eingelegte Schnitzel wurden früher wahrscheinlich nur an wirklich hart arbeitende Menschen verfüttert – Gerüstbauer oder Waldarbeiter oder Leute im Bergwerk – ich bin mir jedenfalls ziemlich sicher, dass es Generationen gedauert hat bis der Körper von normalen Menschen mit so viel Energie pro Bissen zurecht kam. Bin aber kein Evolutionsforscher, ist nur so ein Bauchgefühl.

Das Gericht geht folgendermaßen, man klopft Schnitzel hauch dünn, paniert sie und bäckt sie in Butterschmalz raus (dabei müssen die Schnitzel noch gar nicht ganz durch sein). Danach schneidet man Speck, Schinken und Zwiebel klein und schwitzt sie in der Pfanne an. Die Schnitzel legt man in eine Auflaufform, gibt was von den Speck-Schinken-Zwiebel-Masse drüber, dann kommt die nächste Schicht Schnitzel und wo weiter. Und jetzt kommt der Kalorienzauber: Man mixt Sahne, Schmand und Gemüsebrühe zu einer Soße, der Thermomix eignet sich dafür übrigens sau gut, und diese Soße kippt man dann über Schnitzel in der der Auflaufform, bis alles bedeckt ist.

Man muss ich das mal vorstellen in der Auflaufform sind Schnitzel an Speck und Schinken (die Zwiebel sind zu vernachlässigen) und in den Zwischenräumen kommt die Sahnesoße. Wow. Das Ganze kommt dann noch für ca. 40 Min in die Röhre, damit alles schön miteinander „reagieren“ kann. Wer es ganz gut machen will, lässt es über Nacht stehen und wärmt es am nächsten Tag auf. Was für ein Festmahl. Man kann dazu Beilagen essen, kann es aber auch sein lassen.

Bis zum Mond

Heute früh hat mir das Auto eine coole Meldung gezeigt, bis zum um den Mond sind wir schon zusammen gefahren. Vor 3000 km hatten wir die Länge vom Nil gemeinsam hinter uns gebracht und jetzt der Mond. Bis zum um Mond – und hoffentlich noch viel weiter! Super Auto dieser ID.7!

Cooler Kärcher Stuff und eine neue Baustelle

Pate für das #GartenhausZwei stand dieses Haus hier, das habe ich mal auf Pinterest gefunden. Die Idee mit dem durchsichtigen Flachdach ist schon cool, aber wenn das Haus unter einem Baum ist, dann wird das Dach recht schnell dreckig. Früher habe ich das Kind 2 regelmäßig hoch gescheucht damit er das Dach sauber macht. Wenn er da rauf durfte, war das immer eine ganz große Nummer für ihn – Mut, Gefahr, Wasser – spitzen Kombination. Mittlerweile ist die Begeisterung für solche Tätigkeiten nicht mehr groß vorhanden und ich muss mich wieder selbst drum kümmern.

Dieses Jahr war ich mit der Reinigung recht spät dran und das Dach war ganzflächig so dreckig wie beim linken Pfeil. Damit ich mit meinen 2 Zentner Lebendgewicht nicht aufs Dach steigen muss, habe ich mir ein Kärcher Teleskopstrahlrohr TLA 4 Set für unseren Hochdruckreiniger gekauft (Amazon-Rückläufer mit leichten Gebrauchsspuren auf Ebay für 100 €). Das Setup hat viel besser funktioniert als gedacht und ich habe das Dach recht schnell sauber bekommen. Dieses Telekopstrahlrohr kann ich also empfehlen.

Nichts desto trotz bin ich mir ziemlich sicher dass ich das Dach nochmal ändere. Es muss steiler werden, damit ich diese Arbeit im Alter nicht mehr machen muss. Mein Plan ist dass ich aus dem Flachdach ein asymmetrisches Satteldach mache. Vorne eine kurze steile Seite, wo Solarpanels ran kommen und nach hinten hin die Doppelstegplatten leicht abfallend. So, jetzt ist es raus, ich plane eine Baustelle für nächstes Jahr!

Immobilie zu verkaufen

„Diese Immobilie ist eine einmalige Gelegenheit für Käufer mit Vision, die in einer der besten Lagen Nürnbergs ein Haus mit großem Gestaltungspotenzial, einem traumhaften Garten und viel Platz erwerben möchten.“ steht in der Beschreibung vom Nachbarhaus auf Immowelt. Wir haben ja vor 17 Jahren eine ähnliche Gelegenheit wahrgenommen und das war im Nachhinein eine ganz gute Entscheidung.

„Gestaltungspotential“ ist übrigens ein schönes Wort und entfaltet seine wortwörtliche Bedeutung erst im Nachgang, dann aber mit einer enormen Nachhaltigkeit. Ich denke so ein Haus bindest du dir nur ans Bein wenn du jung bist und dich von der Vision beirren lässt oder wenn du genug Geld hast um alles machen zu lassen. Nichts desto trotz ist die Beschreibung gar nicht mal so schlecht.

Die Fahrt ins Blaue

Eigentlich wollte ich schreiben dass ich entführt worden bin, aber es war keine richtige Entführung, weil ich wusste „Wann“ aber nicht „Wohin“. So gesehen war das am Wochenende eine klassische „Fahrt ins Blaue“ – und damit kenne ich mich aus, weil solche Fahrten gab es früher schon beim Musikverein. Am Bahnhof war das Ziel dann klar, weil es auf dem Zug stand: „Karlsruhe“! Über Karlsruhe muss man folgendes wissen: Karlsruhe ist nicht Kaiserslautern. Das heißt Spermbirds kommen nicht von dort und auch Pascow wird man in Karlsruhe nicht finden. Ansonsten liegen beide Städte im Westen und haben zweitklassige Fußballvereine.

„Ohne zu viel zu verraten, würde ich an deiner Stelle ein paar Badelatschen als Fußpilz Prophylaxe einpacken“ war die Woche durch meine einzige Info über den Trip. Bei Badelatschen wird der ein oder andere an Wellness denken, in unserem Setup war das ein klarer Hinweis auf ein Etagenklo. Etagenklo hört sich jetzt vielleicht abschreckend an, aber das Konzept von einem Hostel ist halt, dass man günstig wohnt und auch noch Kontakte knüpfen kann und Unterhaltung hat. Da ist ein Etagenklo ein Garant dafür, überhaupt wenn es Menschen gibt, die darauf einschlafen.

Zurück zu Karlsruhe. In Karlsruhe trifft sich die alternative Szene in der „Alte Hackerei am Schlachthof“, deshalb mussten wir da natürlich hin. Auch das hat unser Reiseführer gut arrangiert und deshalb haben da Gewalt und Unbite gespielt und es hat sogar noch jemand gefilmt. Nur so am Rande, Gewalt werden als die neuen Fehlfarben gehandelt, das könnte hinkommen. Also diese Alte Hackerei ist ein super Veranstaltungsort, die Bands waren auch top und so war das ein totaler spitzen Abend! Ansonsten hat Karlsruhe einige Brauereien zu bieten, viel mehr als ich gedacht hätte sogar, und wir haben versucht diese best möglichst in unsere Spaziergänge bei Minusgraden zu integrieren. Allereinzigestes Manko war, dass wirklich überall, wo der fränkische Biertrinker zarte Willibecher erwartet hätte, wurde das Bier in so dickwandigen Glaskrügen ausgeschenkt, das scheint im Westen wohl gängige Praxis zu sein.

Zusammengefasst war diese Fahrt ins Blaue ein spitzen Trip. Die Reiseleitung hat alles sauber geplant, die Reisegruppe war fein abgestimmt und Karlsruhe ist von der Sache her eine „Entscheider-Treffen-B-Stadt“. Die guten Biere in Kombination mit einer Temperatur von nicht über 0 Grad haben sich gut ergänzt. Das hat einfach alles gepasst. Spitzen Geburtstagsgeschenk.

Umgestaltung des Westparks

Gestern hat die Stadt in die Villa Leon eingeladen und dort im Rahmen einer Bürgerbeteiligung die Pläne für die Umgestaltung des Westparks vorgestellt. Ich habe mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und bin mit dem Kind 1 hin. Die Leute von die Stadt haben sich echt Mühe gegeben, der Plan ist wirklich durchdacht, das hat mir sehr gefallen. Es wurde alles genau erklärt und vor allem wurde auf die Hintergründe eingegangen. Echt gut!

Danach konnten die Anwesenden an Stationen für Themenschwerpunkte wie z.B. Wege, Aktivangebot, usw. direkt mit dem jeweiligen Planer sprechen oder Themen auf Zettel schreiben und anpinnen. Habe ich gemacht. Weil ich will einen Kiosk oder Biergarten haben und das Kind 1 einen Trinkwasserspender. Ich hoffe das Konzept geht auf: die Stadt hat frühzeitig informiert, die Bürger fühlen sich abgeholt und bestenfalls kann man sich aktiv in die Planung einbringen… und wir haben eine Lokalität mehr!

Massive relative Leistung

Ein herrlicher Sonntag, ich bin sehr früh aufgewacht, weil ich am Samstag schon sehr früh ins Bett bin, konnte mich dann nach dem ersten Kaffee gleich dazu aufraffen in den Hainberg zum Laufen zu gehen und weil es gar so schön war, habe ich die Strecke noch bis zum Kanal erweitert. Immer schön locker, kein Stress – dachte ich zumindest. Aber schon beim Frühstücken war ich kaputt ohne Ende und hab mich danach hin gelegt. Abends habe ich mir dann die Trainingsdaten angeschaut und war von dem Leistungswert ziemlich überrascht. Der Optimist in mir sagt „Weil du eine Maschine bist“, der Pessimist „Etz müsstest doch alt genug sein um deine Leistung einschätzen zu können“.