Ganz früher war es so dass ein bekannter Bekannter von mir und ich in einer einstigen Szenekneipe regelmäßig zu viel Bier getrunken haben. Das haben wir beide bemerkt und reagiert. Die Reaktion war ganz einfach: ab jetzt wird nur noch das schlechteste Bier im Laden bestellt und in Folge dessen dann weniger getrunken. Früher hat man so geplant. Das schlechteste Bier in dem Laden war Jever Pils.
Nun verhält es sich mit dem fränkischen Durst aber ähnlich wie mit dem fränkischen Gemüt, es gewöhnt sich an alles und irgendwann war dieses herbe Biergetränk unsere bevorzugte Wahl, auch außerhalb der einstigen Szenekneipe. Der Plan damals ist so gesehen nicht aufgegangen, hat uns aber das herbe Pils näher gebracht.
Heute trinke ich zu viel Kaffee. Das habe ich bemerkt und muss reagieren. Der Plan jetzt ist mehr entkoffeinierten Kaffee zu trinken. Mit dem entkoffeinierten Kaffee ist es aber ähnlich wie mit alkoholfreiem Bier (auf das an dieser Stelle aber nicht weiter eingegangen werden soll), er schmeckt immer nur scheiße.
Die große Hoffnung ist jetzt, dass man sich an den schlechten Geschmack von entkoffeinierten Kaffee gewöhnt, wenn man ihn nur oft genug ausgesetzt ist, ungefähr so wie bei dem Jever damals. Das ist der Plan für das neue Leben nach dem Urlaub © und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!
der hoadl
Ab Montag haben die Tage dann wieder mehr Struktur
Jetzt hat dieser Urlaub doch noch irgendwie die Kurve gekriegt. Die Anfahrt nach Tirol war zwar nochmal eine Qual, weil nicht sicher war ob die Kupplung mitspielt, hat sie aber. Wenigstens wissen wir jetzt dass man von Ingolstadt bis kurz vor München fahren kann ohne auch nur eimal schalten zu müssen.
Jeder von uns hatte einen anderen Urlaubshöhepunkt, der Tag im Bad, der Tag auf dem Berg, ein Tag Kitzbühel oder die Bergwanderung, einmal rauf auf den Berg, samt Rucksäcken, dem Wetter zum Trotz, droben Kaiserschmarrn auf der Alm und dann wieder runder. Sehr Ausbaufähig. Das Hotel war gut, die Gegend war gut. Das hat gut gespasst.
Dass die Baustelle noch nicht so weit ist wie sie sein sollte ist natürlich schlecht. Das ist halt so. Aber, dafür existiert jetzt ein imaginärer Plan.
Die Hack’sche Urlaubsordnung
Im Urlaub in einem Hotel haben wir so etwas wie eine grobe Ordnung und die schaut ungefähr folgendermaßen aus.
- Wir schlafen lang. Wer früh aufwacht hat sich ruhig zu verhalten oder das Zimmer zu verlassen.
- Nur wer autark vom Buffet frühstückt, kann lang frühstücken (in Folge des langen Schlafens sind wir i.d.R. die letzten beim Frühstück, deshalb muss man schauen dass alles am Tisch ist, was benötigt wird, bevor das Buffet abgeräumt wird).
- Zum Frühstücken im Urlaub gehört es Zeitung zu lesen.
- Kinder die beim Zeitunglesen stören, müssen den Tisch verlassen (sie müssen eigentlich nicht sondern machen das irgendwann von selbst, „müssen“ passt aber besser zur „Ordnung“)
- Nach dem Frühstücken muss man sich entspannen. Das Klo ist in dieser Zeit für den Vater frei zu halten.
- Erst nach der Postfrühstücksentspannung kann man den Rest vom Tag angehen (das ist ungefähr dann wenn sich die ersten zum Mittagsbuffet anstellen, denn wer spät frühstückt braucht kein Mittagessen)
- Nachmittags versuchen wir irgendwo einen guten Kaffee her zu bekommen.
- Wir versuchen im Hotel zu sein wenn das Abendbuffet startet, machen uns aber erst mal frisch (der Vater hält einen Powernap in der Zeit in der die Weibsen sich herrichten).
- Eine halbe Stunde bevor das Abendbuffet endet versuchen wir dort zu sein.
Es gibt natürlich auch Varianten dieser Ordnung aber nur in Ausnahmefällen. Wir hassen Ausnahmen.
Achtung: BOSE Quietcomfort 25 für gut 170 €
Wer auf der Suche nach neuen Kopfhörern ist, der sollte mal im Internet schauen, da gibt es immer wieder ganz schöne Schnäppchen, zumindest auf den ersten Blick. Der BOSE Quietcomfort 25 geht bei Ebay täglich gut 10 mal weg, in der vollen Spannbreite von abgenutzt bis neu und original verpackt. Beachtenswert ist dass es da einen Händler gibt, der jeden Tag einen neuen und original verpackten für gut 100 € unter Straßenpreis raus haut. Ein Wahnsinnsangebot, ein BOSE Quietcomfort 25 für gut 170 €, das ist eine Hausnummer!
Wenn man keinen Vergleich nicht hat, dann wird man mit gelieferten 170 € Kopfhörer auch ganz zufrieden sein, der Sound ist gut, die Inline-Fernbedienung vielleicht etwas klapprig, das Noise-Cancelling erkennbar, wenn auch nicht ganz so wie erhofft. Wer allerdings den Vergleich hat, dem wird recht schnell klar, dass das 170 € Teil kein Original BOSE Quietcomfort 25 sein kann! Und genau mit dieser Erkenntnis fängt es dann an spannend zu werden.
Wenn man nach 2 Wochen Spannung dann endlich seine 170 € wieder am Konto hat, dann fällt einem ein ganz schöner Stein vom Herzen! Außerdem wird durch so einen unpersönlichen Plagiatskauf das Vertrauen in den stationären Einzelhandel wieder enorm gesteigert (allerdings bei Mediamarkt sofort wieder kaputt gemacht, weil sich der Preis zwischen Online-Shop und Markt doch um 20 € unterscheidet und man diese erst im Markt einfordern muss).
Zusammengefasst hat die Spannung jetzt ein Ende und das Ende ist ein Happy End, ein indirektes zumindest. Aber indirekte Happy Ends sind halt auch Happy Ends und das ist das was zählt.
Das Wars, Kindergarten – Haken dran!
Momentan befinden wir uns in einer höchst emotionalen Phase, eine Angelegenheit jagt die andere. Kleiner Höhepunkt gestern war der letzte Kindergartentag vom Kind 2. Das Kind 2 war ganz schön aufgewühlt, letztes mal in die Bauecke, der letzte Morgenkreis, Abholen, Kindergarten Ende. Fertig!
Gott sei Dank ein weicher Abschied, weil der Hort ab Herbst in der gleichen Einrichtung ist, aber eben im anderen Stockwerk, mit kleinerer Bauecke, anderen Kindern und dann mit Hausaufgaben und nur Nachmittags. Jetzt fängt er langsam an der Erst des Lebens.
Citroen C4 Cactus
Am Wochenende sind wir einen Citroen C4 Cactus gefahren. Das Auto ist ein ziemlicher Hingucker, die Frontpartie futuristisch, an den Seiten Plastikkissen, alles irgendwie ungewöhnlich. Innen ging es recht zweckmäßig zu, übersichtliche Armaturen, großes Infotainment, übersichtliche Bedienung.
Es war alles da, aber irgendwie anders und zu wenig, ungefähr wie bei einem Model, alles da was eine Frau haben soll und gut anzuschauen, aber dann im Alltagsebrauch doch nicht so robust wie erwartet. Nichtsdestotrotz wurde kurzerhand einer konfiguriert und es ist schon verblüffend wie günstig man da weg kommt. Als Familienauto taugt der Citroen C4 Cactus zwar eher nicht, aber als Zweitwagen kann man fast nichts verkehrt machen.
Jetzt muss es der Ali richten
Nachdem wir gestern wieder stehen geblieben sind, war der Plan für heute morgen ein neues Auto abzuchecken. Es gibt ja genug Autoläden hier in der Ecke und so richtig festgelegt ist man ja nicht, für fränkische Verhältnisse ja schon fast weltoffen. Nach einem intensiven Brainstorming war dann auch klar was wir brauchen und mit dem Plan Listenform ging es dann in die Nopitschstraße, der heimlichen Hochburg für Fahrzeuge des sympathischen Volkswagenkonzerns, hier im Herzen der sympathischen Metropolregion.
Also ich bräuchte ein Auto für 2 Erwachsene und 2 Kinder für ca. 15.000 km im Jahr, geleast, mit folgender Ausstattung und zwar spätestens Mittwoch vormittag. Bitte. Der Verkäufer hat wahrscheinlich ganz selten so zielstrebige Kundschaft, war mein erster Gedanke. Dann hat er gegrinst und „sportlich“ gesagt. Was dann folgte war kein Happy End bis auf die Erkenntnis dass man Autos nur im Film so mir nichts dir nichts bekommt.
Einfach nur arbeiten ist schon auch nicht schlecht, einfach nur Urlaub wahrscheinlich aber auch nicht
Es gibt ein paar Punkte, die einen Urlaub erst so richtig interessant machen, irgendwas mit krank sein zum Beispiel oder ein kaputtes Auto oder was mit Banken oder was mit Anwälten. Ein Optimist denkt sich da cool, habe ich wenigstens Zeit mich damit zu beschäftigen. Aber da muss man schon ein gnadenloser Optimist sein. Und genau dann wenn man es überhaupt nicht brauchen kann, dann ruft auch noch einer von der Telekom an und erzählt dir was es da nicht für einen coolen neuen Vertrag gibt. Wenigstens hätte man Zeit sich damit zu beschäftigen.
Die unterschiedlichen Interpretationen von „jetzt“
Die Chefin und ich haben unterschiedliche Interpretationen von „jetzt“, das ist nicht immer von Vorteil. Für den einen bedeutet jetzt ungefähr sowas wie unverzüglich, zumindest schneller als gleich jedenfalls. Für die andere irgendwann in naher Zukunft aber auf jeden Fall muss ich vorher noch eine rauchen. Kurzfristige Planungen, das nächste große Ding.
Restless and not wild
Die Chefin attestiert mir schon länger eine chronische Rastlosigkeit – und das Horoskop eines großen Nürnberger Sonntagsblatts am Wochenende auch. Andauernd irgendein Projekt. Immer irgend was machen. Es muss doch auch mal ohne gehen sagt sie. Als sie das Wort „Rastlosigkeit“ ausgesprochen hat, musste ich sofort an eine Autobahnfahrt und Brunzstopp an einem Rasthof denken. Das ist aber etwas anderes.
So, jetzt fürs Protokoll: das ist diese Woche eine Rastwoche. Ich mach nichts außer Fernsehschauen und Grillen. Grillen mit Ausblick auf die ruhende Gartenhausbaustelle. Baustellenstops sind nicht meine Sache, Schmerzen aber auch nicht. Nächste Woche darf ich wieder rastlos sein, aber nicht zu arg.