Wishbone Ash im Hirsch – ganz schwer zu beschreiben, am besten fangen wir mal bei der Vorband an. Die Vorband war genau genommen keine Band sondern ein Alleinunterhalter und deshalb heißt die Band auch so wie der Künstler selbt: Steve Hill. Ein verrückter Hund. Dann Zweieinviertel Stunden Wishbone Ash, ganz schön lang für solche alte Knaben. Die Musik, die sie machen ist schon irgendwie komisch, 2 Lead-Gitarren, das bedeutet unendlich viele Gitarrensolos. Melodisch mit viel Blues-Einschlag. Meiner Fast-Rentner-Begleitung hat es gefallen und das war die Hauptsache.
Konzerte
Discofäuste
Das Highlight diese Wochenende waren die Chicolores in Eggolsheim. Insgesamt eine glückliche Angelegenheit samt Fahrer und Babysitter, eine spitzen Ausgangslage für einen Beat-Abend auf einer Zeltkerwa, der erste seit gefühlt 10 Jahren.
Mittlerweile ist es ja so dass man auf Beat-Abenden genauso wenig rauchen darf wie in Kneipen, daran hatte ich nicht gedacht und umsonst eine Lederjacke raus gesucht. Und die rigorose Alterskontrollen waren auch neu. Geänderte Umgebungsvariablen. Gleich geblieben ist aber der fränkische Maßkrug-Move (der Legendäre!).
Für alle die noch nichts vom fränkischen Maßkrug-Move gehört haben, er geht ungefähr so: Man steht mit einem Maßkrug vor der Band, versucht sich in sensomotorischen Bewegungen, achtet aber dabei peinlichst darauf dass sich der Krug möglichst nicht bewegt. Man munkelt ja dass der fränkische Maßkrug-Move die Grundlage für die Entwicklung von Schwebestativ ist, das aber nur am Rand.
Zurück zum Thema, die Band hat alles gegeben, die Zuschauer ebenfalls und im Publikum stinkt es 2016 nicht mehr nach Rauch sondern nach Furze vom Vordermann.
Da Dschasdin vor Ort
Das Bild oben zeigt nicht nur blaues Licht, das blau leuchtet, sondern schön blau illuminiert auch noch den Justin Sullivan samt Band. Der Justin Sullivan ist sowas wie eine singende Ein-Mann-Armee mit New Model Army, Spezialgebiet Ungerechtigkeit. Und wenn der erst mal loslegt und dem Publikum seine Meinung von der Welt samt ihrer Ungerechtigkeit erzählt, dann gibt es kein Halten mehr – weder bei ihm noch im Publikum. Immer wieder ein Garant für gute Unterhaltung!
Der trommelnde Wischmop von Kadavar
Kadavar und Blues Pills an einem Freitag im Löwensaal, das ist schon ein besonderer Glücksfall. Die Vorband Stray Train war gut, aber schlecht abgemischt. Dann kamen Kadavar und Kadavar waren so saugut, das kann man kaum glauben wenn man es nicht selbst gesehen hat, kann man aber hier nachholen.
Und dann Blues Pills. Blues Pills haben vor 2 Jahren ein Kracheralbum vom Stapel gelassen, aber eine langweilige Show abgeliefert. Heuer ist es genau anders herum gewesen. In einem Interview hat die Sängerin gesagt dass sie mittlerweile genug Geld hat um sich anständiges Essen kaufen kann. Donnerwetter, die Vitamine wirken. Super Konzert.
Devon Allman
Aufstehen, in den Süden fahren, in den Norden fliegen, angeregt diskutieren, in den Süden fliegen, in den Norden fahren, heimkommen, Hallo sagen, umziehen, kurz was essen, Tschüss sagen, auf Konzert der Blues-Rock Legende Devon Allman gehen, glücklich sein.
Zugegebenermaßen ein stressiger Tag, aber dafür ein bombastischer Abschluss. Rock’n’Roll ist hartes Business.
Dan Patlansky
Dieser Dan Patlansky ist schon ein krasser Kerl, Gitarre kann der spielen, da haut es dir den Vogel raus! Am Freitag war er in der Milla und wir waren dort.
Was er nicht so gut drauf hat ist das mit dem Merchandising – ein hässliches T-Shirt und die alten CDs „sold out“, zu bestellen nur in Südafrika. Dieser Tiefschlag wurde in der Flex kompensiert und danach ging es brav ins Bett. Brave Blues-Rock-Konzertgeher stehen bei super Ehefrauen hoch im Kurs, brave Blues-Rock-Konzertgeher-Ehefrauen, das nächste große Ding!
Am Tag danach fühlt es sich nicht so gut an, das war aber früher auch schon so
Wenn man den Gestank von Klamotten als Indikator für die Güte eines Abends heranzieht, dann ergibt das heute rein olfaktorisch betrachtet eine Mischung Schweiß, Bier, Schnaps und Rauch. Nur von den Backyard Babies direkt riecht man nichts. Aber die Note Jack Daniels ist genau ihnen zu verdanken, oder besser gesagt einem Trottel der gedacht hat dass es cool ist einen vollen Becher nach vorne zu schmeißen. Naja und der Schweiß geht natürlich auch auf ihr Konto. Rock’n’Roll! Der Tag heute fühlt sich dementsprechend genau so an wie sich ein Tag nach einem der spektakulärsten Rockkonzerten 2015 anfühlen muss.
Als geruchstechnischen Gegenangriff sind wir heute Nachmittag in den Wald Spazieren gegangen und zwar bei Stein (das liegt übrigens, wie die wenigsten vermuten würden, im Landkreis Fürth). Und dort haben wir auch noch gleich das Abendessen klar gemacht. Jetzt wissen wir dass mittelfränkische Piffa auch nicht anders schmecken als oberfränkische. Und mit diesem Erkenntnisgewinn schließen wir diese kurze Exkursion durch das Hack’sche Wochenend.
Die Blues Pills sind live eher Sleeping Pills
Gestern, das erste Vorgeburtstagsgeschenk: Tickets für die legendären Blues Pills in der Rockfabrik. Dass zwischen Bekanntwerden einer Band, Beschaffung der CD und Konzert grade mal 4 Wochen liegen ist ein Glücksfall. Deshalb war auch bekannt dass die Kollegen richtig arg jung sind und das hat man auch gemerkt. Musikalisch sind sie top, live können sie sich ein Stück von den absoluten Rampensäuen von The Vintage Caravan abschneiden.
Pyraser Classic Rock Night
Die Pyraser Classic Rock Night ist ein Hammer. Praktisch vor der Haustür, und mit den Öffis super zu erreichen, wird Rock in wurderschönen Ambiente zelebriert. Die Veranstaltung ist nahezu perfekt auf die Zielgruppe abgestimmt – Biergarten, 10 l Party-Fässer, allerlei kulinarische Köstlichkeiten, genug Schatten und keine Dixis. Der klassische Classic Rock Night Geher ist einfach zu beschreiben, er ist über 35, trägt entweder ein etwas zu enges Band T-Shirt aus den 90ern oder ein etwas zu großes neues von Motörhead um die Kötze zu kaschieren. Und das ist auch das einzige worauf äußerlich Wert legt.
Die Bands (Bonfire, Saxon, U.D.O. und Michael Schenker) mussten keine Experimente machen, sondern haben aus ihren Repertoires fast alle Klassiker zum Besten gegeben. Und wenn Udo Dirkschneider zum Schluss noch Metal Heart und Balls to the Wall ins Publikum schmettert, dann ist das fast wie ein Wurmloch nach Gunzendorf in den 90ern und Ying und Yang sind mit von der Partie.