
2019 ist mein persönliches Vorndran-Jahr. Wir waren ja gleich im Januar auf der Lesung von Helmut Vorndran auf Schloss Allmoshof. Spitze war das! In den Pfingstferien war dann genug Zeit um die „Die Kamuelsfeder“ selbst zu lesen und das Buch war ein typisches Vorndran-Buch, eine dubiose Hautgeschichte, umrahmt von ein paar running Gags und Nebengeschichten, die sich durch alle Bücher ziehen.
Der Mann ist umtriebig und hat im Sommer nachgelegt. „Das Lupinenkind“ spielt nicht irgendwo im Itzgrund oder Bamberg sondern in Heroldsbach, quasi vor der Haustüre. Vorndran schafft es seine Geschichten in wahre Gegebenheiten zu integrieren und in diesem Fall waren das die Marienerscheinungen dort in den 50er Jahren. Das Buch ist insgesamt etwas ernster als die Vorgänger und es fällt schwer zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden, könnte tatsächlich alles so passiert sein. Großartige Leistung. Absolut empfehlenswert.
Belesen
Schlachttag – Friedo Behütuns‘ 6. Fall
OK, Friedo hat es überlebt. Das war nach dem 5. Band nicht klar. Tatorte im aktuellen Fall sind Wohlmannsgesees und Markt Erlbach. Das Buch ist gut, manche Passagen allerdings etwas langatmig. Nichts desto trotz absolut empfehlenswert! Folge Locations wurden erwähnt und müssen im Sommer mal genauer erkundet werden:
- Waldkeller Utz bei Weppersdorf
- Geyer’s Felsenkeller in Oberreichenbach.
Wenn man es genau nimmt ist das Buch ein Wirtshausführer mit Mordsgeschichten.
Umgebungstemperaturen angepasster Literatur-Tipp

Preisfrage: was liest ein literarisch anspruchsvoller Mensch bei diesem Wetter. Na? Na? Ok, besser gesagt bei diesen Temperaturen. Jetzt aber! Und? Richtig: Bret Easton Ellis – Unter Null. Wenn man sich über die Auswahl eines Buches freut…
Panikherz
Wie ich auf die Idee gekommen bin Panikherz zu lesen, besser gesagt zu hören, kann ich nicht genau sagen, wahrscheinlich war es das bunte Cover.
Als Buch wäre es wahrscheinlich langatmig, als Hörbuch ist es aber super. Stuckrad-Barre liest seine Geschichte genauso wie er sie sich ausgedacht hat – ohne Interpretation – imitiert Lindenberg und Helmut Dietl, wunderbar.
Das letzte Viertel hätte er sich vielleicht sparen können, aber wenn es ihm wichtig ist dass jeder weiß wen er so alles aus dem Showbiz kennt oder mit wem er in welchen Rauschzustand schon mal telefoniert oder einen Kaffee getrunken hat, dann ist es halt seine Kunst. Er hat es doch tatsächlich fast geschafft mich auf ein Udo Lindenberg Konzert zu locken! Als Hörbuch auf jeden Fall empfehlenswert und wenn man ein Probeabo von Audible holt, dann kostet es auch nix.
Der Colibri-Effekt

Wie kann man einen Tornato in Franken noch toppen? Na mit dem Der Colibri-Effekt! Ein herrlicher Krimi. Es ist einfach super wie der Mann seinen Krimi in das Bamberger Umland und historische Gegebenheiten einbaut. Schön zu lesen und viel zu schmunzeln. Absolut empfehlenswert!
Blutfeuer
Dieser Helmut Vorndran ist ein verrückter Hund. Der schreibt da mit Blutfeuer einen fränkischen Krimi mit Toten ohne Ende, zaubert nebenbei noch einen Tornado aus dem Hut und lässt dann zum großen Finale alles ineinander aufgehen. Als ob es das normalste von der Welt wäre wenn da oberfränkische Metropolen quasi ausradiert und sich alle Wege in der Bamberger Unterwelt treffen. Super Buch! Hoffentlich findet sich im Urlaub die Zeit den Nachfolger zu lesen.
Klotz und die Blumen des Bösen
Klotz und die Blumen des Bösen – Heieiei, der musste gestern gar fertig gelesen werden. Als um gut Zwei Uhr in der Früh dann die Lichter aus gingen konnte man das Ende ganz schlecht einordnen. Also heute morgen die letzten Seiten nochmal gelesen, dann ist es halt so. Ganz schön spannend verzwickt.
Klotz und der Schatz im Silbersee
Klotz und der Schatz im Silbersee – gut, aber nicht so gut wie die ersten beiden Bände, zumindest für mich, wahrscheinlich wegen dem geschichtlichen Anspruch, den Nazi-Fick-Geschichten zum Trotz.
Klotz und der unbegabte Mörder
Klotz und der unbegabte Mörder ist so wie der letzte Behütuns hätte sein sollte. Die fränkische Antwort auf John McClane rult die Stadt. Witzig geschrieben und schnell gelesen.
Der Fall des einsamen Goldfischs – gelöst

Dem Mentor sein neustes Meisterwerk passt ganz gut in stressige Zeiten. Es ist nämlich eine Sammlung kurzer Kriminalgeschichten, die zwischendurch mal ein oder zwei Tage Pause erlauben. Ich mag die Art wie er schreibt, auch wenn die ganz komplizierten Sätze machmal zwei Anläufe benötigen – da schreibt ein detail- und technikverliebter Physiker. Das ist nix für Deppen. Das auslaufende 19. Jahrhundert eignet sich prima für historische Kriminalgeschichten, die Ermittlungstechniken sind schön simpel, das ist super. Kaufempfehlung.