Schreib oder stirb

„Achtung: Dieses Buch kann neben einer extrem spannenden Handlung auch Spuren von Humor enthalten“ schreiben sie auf buecher.de. Das stimmt auf jeden Fall. Die Chefin verdreht die Augen Du kennst weder Fitzek noch Beisenherz, echt jetzt? OK, dann lese ich es halt. Passt eigentlich nicht so richtig in mein Beuteschema, aber irgendwie es ist ja dann doch ein Regionalkrimi, halt einer der in Berlin spielt. In der Ich-Form geschrieben, das ganz cool. Alle Witze verstehe ich zwar nicht, das hat aber damit zu tun dass ich recht wenig Promis kenne. Schnell geschrieben und schnell gelesen. Und auf jeden Fall spannend.

Obsidiangold

Die Krimis von Helmut Vorndran haben ja immer ganz komische Namen, der letzte hieß Natternsteine, der neue Obsidiangold. Die Chefin hat mir den Code entschlüsselt: die Anfangsbuchstaben sind nach dem Alphabet sortiert. A(labastagrab), B(lutfeuer), …N(atternsteine) und jetzt O(bisdiangold). Vielleicht hast das nächste Peterlesbuamkomplex oder so. Abwarten.

Der Krimis sind meistens so aufgebaut, dass zwei Geschichten parallel erzählt werden, die irgendwas miteinander zu tun haben (müssen), und dann gegen Ende des Buchs zusammenfinden. Dieses Mal geht es um eine Flucht einer jungen Frau aus Afghanistan und einer Anschlagsserie im Bamberg und Umgebung. Sehr unterhaltsam und kurzweilig. Spitzen Urlaubslektüre.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Schon lange habe ich nicht mehr so amüsiert wie beim Lesen von Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Mal kein Krimi, aber trotzdem spannend. Locker geschrieben, super Unterhaltung. Ich wusste nicht mehr wer mir das Buch geschenkt hat, die Chefin sagt dass sie es war. So ein gutes Buch kann nur von ihr kommen.

[Update] Noch ganz im Flow haben wir gestern gleich den Film dazu angeschaut und der war Kacke. Die Handlung war arg reduziert und die Umsetzung insgesamt auch nicht wirklich der Bringer. Das war eine schwedische Verfilmung, auf Wikipedia steht dass der nochmal verfilmt werden soll, Hollywood macht das hoffentlich besser.

Das Makarov-Puzzle

Pünktlich zum Urlaub gibt es was neues von Helmut Vorndran – Das Makarov-Puzzle. Das Buch wurde während der Corona-Zeit im Frühjahr geschrieben und ist etwas anders als die Vorgänger. Zwar kommen alle bekannten Charaktere vor, aber die Handlung spielt an nur einem Tag, Vormittags alles noch schön gemütlich, dreht sich die Handlung immer schneller, bis sie Abends ganz wild endet. Da kommt man fast mit dem Lesen nicht hinter her. Die Kommissare hasten einer Verbrecherbande hinterher, werden von einem Einsatz zum nächsten getrieben und so ist nicht viel Platz für eine großartige Rahmengeschichte wie zum Beispiel beim Lupinenkind. Nichts desto trotz ein spitzen Buch, nur anders eben.

Stammtisch – Friedo Behütuns‘ 8. Fall

Tommie Goerz hat mit Friedo Behütuns ja einen Spitzenmann im Regionalkrimi-Business am Start. Die Geschichten sind immer schön in die Gegend zwischen Nürnberg und Bamberg eingebaut, kommen mit viel Hintergrundwissen daher und sind allesamt lesenswert. Der 8. Fall spielt mitten in der Fränkischen Schweiz und deshalb ist auch ungefähr ein Drittel des Buches in Fränkisch geschrieben. Das liest sich selbst für Einheimische schwer – Verben wie „machmerahnunahns“ sind schon speziell, fallen aber definitiv in die Kategorie Sprachschatz.

Zusammengefasst sollte man das Buch nicht aus dem Blickwinkel Krimi bewerten, denn dann dürfte man höchsten 3 von 5 Sternen geben. Man muss es viel mehr als Beschreibung der fränkischen Stammtischkultur betrachten und dann hat das Buch gleich 6 von 5 Sternen verdient.

Das Vorndran-Jahr


2019 ist mein persönliches Vorndran-Jahr. Wir waren ja gleich im Januar auf der Lesung von Helmut Vorndran auf Schloss Allmoshof. Spitze war das! In den Pfingstferien war dann genug Zeit um die „Die Kamuelsfeder“ selbst zu lesen und das Buch war ein typisches Vorndran-Buch, eine dubiose Hautgeschichte, umrahmt von ein paar running Gags und Nebengeschichten, die sich durch alle Bücher ziehen.
Der Mann ist umtriebig und hat im Sommer nachgelegt. „Das Lupinenkind“ spielt nicht irgendwo im Itzgrund oder Bamberg sondern in Heroldsbach, quasi vor der Haustüre. Vorndran schafft es seine Geschichten in wahre Gegebenheiten zu integrieren und in diesem Fall waren das die Marienerscheinungen dort in den 50er Jahren. Das Buch ist insgesamt etwas ernster als die Vorgänger und es fällt schwer zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden, könnte tatsächlich alles so passiert sein. Großartige Leistung. Absolut empfehlenswert.

Schlachttag – Friedo Behütuns‘ 6. Fall

OK, Friedo hat es überlebt. Das war nach dem 5. Band nicht klar. Tatorte im aktuellen Fall sind Wohlmannsgesees und Markt Erlbach. Das Buch ist gut, manche Passagen allerdings etwas langatmig. Nichts desto trotz absolut empfehlenswert! Folge Locations wurden erwähnt und müssen im Sommer mal genauer erkundet werden:

  1. Waldkeller Utz bei Weppersdorf
  2. Geyer’s Felsenkeller in Oberreichenbach.

Wenn man es genau nimmt ist das Buch ein Wirtshausführer mit Mordsgeschichten.