Rein von der Basis her sind wir campingaffin

Als unsere Beziehung noch jung war sind wir sau oft auf Festivals und die Wochenenden im 3-Mann-Iglu kann man wohl als erste Versuche eines Zusammenlebens bezeichnen – Zusammenleben im Ausnahmezustand allerdings. Rein von der Basis her sind wir also campingaffin. Was in meinem Kopf aber irgendwie nicht zusammenpasst ist, dass es einen Schlag Menschen gibt, die ohne Not oder Festival campen. Diese Fehlstellung im Kopf bügeln wir diesen Urlaub aus, denn wir haben ein Mobile-Home auf einem Campingplatz gemietet.

Das ist schon eine interessante Erfahrung. Die meisten Camper haben einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil und kein Iglu, sie campen also in einer anderen Dimension, als wir damals, und auch Kocher mit Ravioli habe ich auf unserem Campingplatz noch nicht entdecken können, auch hier ist man in anderen Dimensionen unterwegs.

Als erfahrener Gartenhausbauer dauert es etwas bis man mit der südländischen Mobile-Home-Bauweise warm wird, es ist definitiv so dass ein jedes meiner Gartenhäuser mit mehr Liebe zum Detail gebaut wurde, aber was soll’s, wir haben Klimaanlage, Gasherd, Kühlschrank, Klo und Dusche. Das reicht. Und auch ein Grill steht auf der Veranda, das quasi Premium-Campen. Auf den Festivals war es immer so, dass man spätestens am dritten Tag schon mit den Nachbarn Frühschoppen gemacht hat, hier nähern wir uns langsam an. Aber ich weiß jetzt schon dass ich den Frühschoppen knicken kann.

Wir haben eine Familie kennengelernt, die noch mal eins drauf gesetzt hat und mit einem umgebauten Sprinter Roadtrips macht. Das findet die Chefin „interessant“ und ich könnte mir auch gut vorstellen so etwas in der Zeit, nachdem die Kinder mit uns Urlaub machen, zu machen. Wir sondieren die Lage. Insgesamt sind wir mit der Lage sehr zufrieden.

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