Im Papperdeckelbecher!

Das Kind 1 trinkt ja noch keinen Kaffee, aber es spaziert im Urlaub immer mit wenn ich auf der Suche nach einem guten Cafe bin. Wir quatschen dann immer über Gott und die Welt, aber meistens über Politik. Das Kind 1 hat nämlich ein ganz komisches Hobby, es liest Politikerbiographien. Es ist aber noch zu jung ist um bestimmte Sachen oder Zusammenhänge zu wissen, das ist dann mein Part. Die DDR zum Beispiel kannte es nicht – und dem zur Folge auch keine Ossis – aber dafür hat es mich.

Aber zurück zum Kaffee. Gestern sind wir zwei Kilometer in den nächsten Ort gelatscht, haben über die Türkei geredet und dort ein 5-Sterne-Google-Maps Cafe gefunden. Das Cafe war mehr eine Bushaltestelle oder eine Tankstelle ohne Zapfsäulen, aber sei es drum wir sind rein haben bestellt und kriegen den Cappuccino tatsächlich in einem Papperdeckelbecher serviert! Ich muss ganz schön blöd geschaut haben, weil sich das Kind wirklich prächtig amüsiert hat. Der Cappuccino war zwar sau gut, aber bei Kaffeetassen, da bin ich eigen, die müssen das Gesamterlebnis abrunden. Naja, das Kind 1 hat die Lage gut zusammengefasst: Dann suchen wir uns morgen halt ein anderes Cafe – und das machen wir.

2 Gedanken zu „Im Papperdeckelbecher!“

  1. Ja, das mit den Ossis macht mich nachdenklich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein „Wessi“ Ossi und DDR erklären kann. Ich als „Ossi könnte nichts erklären, weil es sehr, sehr unterschiedliche Biografien gibt. In der RBB , ARD – Mediathek gibt es noch die Langzeitdoku „Die Kinder von Golzow“, da kann man einen kleinen Einblick bekommen. (Meine Altersgruppe)

  2. Man muss da erst mal ganz allgemein anfangen: Es gab früher eine Grenze mitten durch Deutschland und damit zwei unterschiedliche Deutschlande, die unterschiedlich geführt wurden. Das eine Stück so ungefähr wie Deutschland jetzt und das andere anders. Dann kurz was über staatseigene Betriebe, dann die Wende und dass es danach viel Arbeitslosigkeit gab, die dann dazu geführt hat dass viele Leute aus dem Osten in den Westen gezogen sind… Schön ist dass die Generation vom Kind 1 den Unterschied zwischen Ost und West nicht mehr wahrnimmt.

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