Man kann ja machen was man will, wenn etwas nicht so läuft, man einen zapfen Rausch hat, etwas kaputt macht oder einfach nur aus der Haut fährt, es ist immer jemand da und sieht oder kommentiert es und erzählt es unter Garantie weiter. Wenn man dann aber mal was macht, etwas kulturelles zum Beispiel oder sonst irgendwas gutes, dann ist niemand da, keine Zeugen, keine Tratschtante, niente nix.
Da ist man also im Kabarett und sucht vor der Vorstellung und in der Pause nach irgend jemanden, den man kennt, einfach nur ein bekanntes Gesicht, aber nichts – einzig die Chefin sticht aus der Masse der Unbekannten wie ein Stern am Abendhimmel heraus. Und deshalb wird es auch niemals Unterhaltung geben, die ungefähr so anfängt: Weißt wenn ich neulich gesehen habe? Nee, wem? Na den X? Echt, wo hast denn den gsehn? Na, wie wir neulich im Kabarett bei Josef Hader waren. Was du gehst ins Kabarett, …