
Vor ein paar Wochen habe ich mich mit einem Kollegen unterhalten, der mit Anfang 50 plötzlich mit Schallplattenhören angefangen hat. So ein Quatsch hab ich gesagt, wo doch Spotify so eine Riesenauswahl hat und mittlerweile sogar mit Liedtexten, ohne Seitenwechseln und sogar mit Weiterzappen und Songradio, wer hört denn da noch Platte? Genau das ist es ja, man hört eine Platte vom Anfang bis zum Ende sonst nix, hat er gesagt. Da kommt man voll runter, nur du und die Musik. OK.
Gestern war der perfekte Moment: Ich war die Woche über unterwegs, hatte viel Stress, dann kurz vor Feierabend noch eine gute Nachricht. Bloß schnell ins Wochenend. Vorne im Haus verabschieden sich dann alle der Reihe nach und plötzlich bin ich allein. Es hat ein paar Minuten gedauert, bis ich die Situation begriffen hatte, dann ging es ab in den Keller und ich habe das CD-Regal gescannt. Sicher ist sicher, keine Experimente: Devin Townsend, Infinity.
Ein guter CD-Player mit kaputter Fernbedienung spielt locker in der Plattenspielerliga, CD rein, Play und ab aufs Sofa. Der erste Durchlauf ist noch etwas schwierig mit nix in der Hand. Der CD-Player zeigt nur die Titelnummer, das ist fast Plattenspielerniveau, Fabelhaftes Album, lange nicht mehr gehört. Zweiter Durchlauf, etwas lauter. Die erste Anspannung ist weg, ich snacke nebenher. Nächste Runde, nochmal lauter und Bassreflexboxen müssen 30 cm von der Wand weg. Wichtig. Mit Idealsetup in Runde 4. Wahnsinn dieses Album. Wahnsinn, echt. Noch eine Runde zum Runterkommen.
Ich brauche keinen Schallplattenspieler, das weiß ich jetzt. Öfters mal einen Abend sturmfrei, reicht – und vielleicht sollte ich meine CD Sammlung um ein paar Pink Floyd Alben ergänzen. Ein toller Abend.