
Genau mein Typ, dumm, ordinär, antiintellektuell, unnahbar und rattenscharf. Solche Sätze erwartet man Heinz Strunk und er liefert sie in „Ein Sommer in Niendorf“. In einer Rezession wird das Buch mit dem Zauberberg von Thomas Mann verglichen – und besser bewertet. Sowas traut man Strunk dann eher doch nicht zu. Ist auch egal, das Buch kann ich jedenfalls nur wärmstens empfehlen.
Es geht um den Herrn Roth, der die Zeit zwischen einem Jobwechsel nutzen will um ein Buch über die Geschichte seiner Familie zu schreiben. Dafür mietet er sich für 3 Monate in einer Unterkunft in Niendorf ein und gerät dort in Kontakt mit Menschen und Orten, die so gar nicht zu seinem bürgerlichen Leben passen.
Ich habe Ein Sommer in Niendorf kurz nach dem Erscheinen 2024 gelesen. Da ich das Buch schon an meine Tochter weiter gegeben habe, kann ich es nicht noch mal nachlesen. Ich erinnere mich aber an die schrägen Charaktere und ich weiß, dass ich mich aufs Weiterlesen gefreut habe.
Wie man darauf kommt, das Buch mit Der Zauberberg von T. Mann zu vergleichen, ist mir rätselhaft.
Beide Bücher wurden mir in MDR-Kultur empfohlen. Ich habe bei der Hälfte den Zauberberg weggelegt, weil es mir mehr Anstrengung als Spaß beim Lesen bereitet hat.
Für Spaß beim Lesen steht für mich sowieso hauptsächlich Strittmatter-Wundertäter. Bücher von Oscar Maria Graf find ich auch in Ordnung.
Der Vergleich war von der FAZ.